Riesiges Radioteleskop kollabiert | Aktuell Amerika | DW | 02.12.2020
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Astronomie

Riesiges Radioteleskop kollabiert

Einem größeren Publikum bekannt wurde es durch den James-Bond-Film "GoldenEye". Nun ist in Puerto Rico das einst weltgrößte Radioteleskop in sich zusammengefallen. Diagnose: Altersschwäche.

Die 900 Tonnen schwere Instrumentenplattform sei auf die darunter liegende Schüssel hinabgestürzt, teilte die US-Wissenschaftsbehörde National Science Foundation (NSF) mit. Nach ersten Erkenntnissen brachen die obersten Teile aller drei stützenden Türme ab. Neben der Schüssel sei auch das Lernzentrum des Observatoriums in Arecibo durch herabfallende Stahlseile schwer beschädigt worden.

"Wir sind traurig über diese Situation, aber dankbar, dass niemand verletzt wurde", sagte NSF-Direktor Sethuraman Panchanathan. Auch wenn das Teleskop verloren sei, gelte es nun, die verbliebenen Teile der Anlage wieder in Betrieb zu nehmen.

USA Puerto Rico | Arecibo Observatorium

Nahaufnahme - ein Bild der Zerstörung

Demontage war schon beschlossen

Erst Mitte November hatte die NSF mitgeteilt, dass nach Einschätzung von Experten ein katastrophales Versagen der Struktur des Radioteleskops drohe. Seine Kabel seien möglicherweise nicht mehr in der Lage, die für sie vorgesehenen Lasten zu tragen. Reparaturen seien auf sicherem Wege nicht möglich; daher würden Vorbereitungen getroffen, das Teleskop auseinanderzunehmen.

Der Betrieb der Anlage im US-Außengebiet Puerto Rico war 1963 aufgenommen worden. Im Laufe der Jahrzehnte ermöglichte das Arecibo-Observatorium zahlreiche astronomische Entdeckungen. So wurden Anfang der 1990er Jahre die ersten Exoplaneten entdeckt, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. 1981 half das Observatorium dabei, die ersten Karten von der Oberfläche der Venus zu erstellen.

Puerto Rico Arecibo Radioteleskop

Ein undatiertes Archivfoto - aus besseren Tagen

Bis 2016, als in China ein noch größeres in Betrieb ging, war das Radioteleskop in der Karibik mit 305 Metern Durchmesser das größte der Welt. Es war auch eine beliebte Touristenattraktion - besonders, nachdem es in dem James-Bond-Film "GoldenEye" von 1995 als Kulisse diente.

wa/gri (afp, dpa)

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