Riesen-Messe zum Abschluss des Papst-Besuches in Peru | Aktuell Welt | DW | 22.01.2018
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Katholische Kirche

Riesen-Messe zum Abschluss des Papst-Besuches in Peru

Die Massen mobilisieren - das kann Papst Franziskus. Zum Abschluss seiner Lateinamerika-Reise kamen am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima rund 1,3 Millionen Menschen zu einem Gottesdienst zusammen.

Die Gläubigen versammelten sich auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunktes Las Palmas. Es war der mit Abstand meistbesuchte Gottesdienst seiner Lateinamerika-Reise. Dabei warnte Franziskus die Menschen davor, mutlos zu werden. Das Evangelium sei ein "Gegenmittel für die Globalisierung der Gleichgültigkeit", sagte Franziskus.

Man kann nicht alles digitalisieren

Am letzten Tag seiner knapp einwöchigen Reise hatte der Papst die peruanischen Bischöfe aufgefordert, mehr Mut zu zeigen und Missstände anzuprangern. Die Jugend mahnte er, den Perfektionismus der digitalen Welt nicht auf die Menschen anzuwenden. "Wir können nicht die anderen und auch nicht uns selbst mit Photoshop bearbeiten."

Ordensfrauen in Lima forderte Franziskus auf, mit ihrem Gebet anderen Menschen "in ihrem Leiden zur Seite zu stehen". Damit träten sie ein für "Gefangene, Migranten, Flüchtlinge und Verfolgte, verwundete Familien, Arbeitslose, Arme, Kranke und Suchtopfer".

Am Samstag hatte das Oberhaupt der Katholischen Kirche die vielen Fälle von Morden an Frauen auf dem amerikanischen Kontinent kritisiert. Es gelte, gegen die "Plage" des Femizids zu kämpfen, die den "amerikanischen Kontinent heimsucht", so der Papst in der nordperuanischen Stadt Trujillo.

Wider die Ausbeutung der Ureinwohner

Zu Beginn seiner Peru-Reise hatte Franziskus im Amazonasgebiet die zunehmende Ausbeutung der Region angeprangert. Zunächst gab es demonstrativ ein Treffen mit Indigenen. Erst anschließend fand die formelle Begrüßung im Präsidentenpalast in Lima statt. Dort rief Franziskus die Verantwortungsträger auf, mehr gegen den Raubbau an der Natur und gegen den Menschenhandel zu tun. Zudem prangerte er die Korruption an, die wie ein "Virus" viele Völker und Demokratien Lateinamerikas befallen habe.

Zuvor hatte der Papst drei Tage lang das Nachbarland Chile besucht. Neben Begegnungen mit führenden Politikern standen Treffen mit Betroffenen von Missbrauch und Angehörigen der Mapuche-Minderheit sowie ein Gespräch mit einem Opfer der Militärdiktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990) auf dem Programm.

Der Besuch in Chile wurde begleitet von Debatten um den wegen eines Missbrauchsskandals kritisierten Bischof Juan Barros. Er wird beschuldigt, sexuelle Vergehen eines Priesters gedeckt zu haben. Belastbare Belege dafür gibt es bislang nicht. Der Papst stellte sich schützend vor ihn, was zu heftiger Kritik in Chile führte.

Aus Argentinien, dem Heimatland des Papstes, wurde die neuerliche Lateinamerika-Reise ebenfalls mit Kritik begleitet. Ein Grund dafür: Nach seiner Wahl vor knapp fünf Jahren hat Franziskus zwar viele Nachbarländer besucht; in seine Heimat ist er aber seitdem nicht zurückgekehrt.

haz/rb (kna, dpa)