Rekordsumme für versteigerten Da Vinci | Aktuell Europa | DW | 15.11.2017
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Auktionen

Rekordsumme für versteigerten Da Vinci

Dieser Tag wird in die Geschichte des Auktionshauses Christie's eingehen: In New York wurde für 450 Millionen Dollar der letzte Da Vinci aus Privatbesitz versteigert. Auch zwei wertvolle Diamanten kamen unter den Hammer.

Bei Christies's knallten die Champagnerkorken. Schließlich wurde noch nie so viel Geld für ein Kunstwerk auf einer Auktion bezahlt. Dem neuen Besitzer, der vom New Yorker Auktionshaus bislang noch nicht genannt wurde, war "Salvator Mundi" 450 Millionen Dollar, rund 380 Millionen Euro wert.

Das Bild gilt als das letzte bekannte Gemälde von Leonardo da Vinci in Privatbesitz. Es zeigt das Gesicht von Jesus Christus und wurde mit Ölfarben auf Walnussholz gemalt. Viele Kunstexperten bezweifelten im Vorfeld der Versteigerung, dass da Vinci das Gemälde wirklich alleine anfertigte und erwarteten einen Erlös von "nur" rund 100 Millionen Dollar. Zuvor hatte es sogar Streit über die Echtheit des Werkes gegeben. 

Christie's Auktion Halskette The Art of de Grisogono / Creation 1 (Reuters/D. Balibouse)

Die Halskette "The Art of de Grisogono"

Zuvor klingelte die Kasse bereits, weil ein weißer Diamant von 163,41 Karat zu einem Rekordpreis von knapp 30 Millionen Euro versteigert werden konnte. Der anonyme Käufer habe für den größten jemals bei einer Auktion angebotenen Edelstein telefonisch etwa 28,7 Millionen Euro gezahlt, teilte das Auktionshaus mit. Dazu kommt noch die Auktionsgebühr.

Im Katalog war der farblose Stein, der Herzstück der Smaragd- und Diamantenkette "The Art of Grisogono" ist, mit 25 Millionen Franken, rund 21,4 Millionen Euro veranschlagt worden. Christie's bezeichnete das Collier als "Meisterstück unvergleichlicher Schönheit und exquisiter Handwerkskunst". Experten waren dennoch etwas enttäuscht: Sie hatten mit einem Erlös von bis zu 50 Millionen Dollar, zirka 42,6 Millionen Euro gerechnet.

Bei dem Stein handelt es sich um einen Diamanten der höchsten Farbklasse. Unter den weltweit größten jemals gefundenen Rohdiamanten nimmt er Rang 27 ein. Entdeckt wurde der Stein im Februar 2016 in einem 404-Karat-Block in der Lulo Mine in Angola. Nach Stationen in der "Diamanten-Hauptstadt" Antwerpen und nach aufwändiger Bearbeitung in New York wurde der Diamant schließlich von einem Team des Schweizer Juweliers De Grisogono veredelt und in das Collier integriert.

Großer Wert, keine Bieter: Der Raj Pink, weltgrößter pinkfarbener Diamant(picture-alliance/Keystone/M. Trezzini)

Großer Wert, keine Bieter: Der "Raj Pink", weltgrößter pinkfarbener Diamant

Bei relativ wenig Bieterinteresse verharrte hingegen bei Sotheby's der Preis für den "Raj Pink" bei umgerechnet rund 12 Millionen Euro und blieb damit weit unter dem Schätzpreis. Die Experten des Auktionshauses Sotheby hatten den Ring mit dem dicken Stein von 37,3 Karat auf mindestens 17 Millionen Euro geschätzt. Der Auktionator ließ seinen Hammer in einem Hotel in Genf nach wenigen Minuten auf das Podium niedersausen und verkündete "Nicht verkauft".

Wer den "Raj Pink" angeboten hatte, blieb ein Geheimnis. Der Stein war erst 2015 in Südafrika entdeckt worden. Auch zwei gelbe Diamanten mit zusammen 185 Karat, die einst einer der erfolgreichsten Kurtisanen des 19. Jahrhunderts in Paris gehört hatten, fanden keinen neuen Besitzer. Es gab ebenfalls keinen Bieter, der den Mindestpreis von 7,7 Millionen Euro aufbringen wollte. Die Diamanten gehörten einst Pauline Henckel von Donnersmarck (1819-1884). Sie schaffte es aus einem Armenviertel in Moskau bis zur Reichsgräfin - über mehrere Ehemänner. Sie starb mit 64 Jahren auf Schloss Neudeck in Oberschlesien.

cgn/djo (afp, dpa)

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