Rekord-Einbruch der Euro-Wirtschaft | Wirtschaft | DW | 14.08.2020
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Corona-Krise

Rekord-Einbruch der Euro-Wirtschaft

Das Minus ist und bleibt 12,1 Prozent. Um diese Spanne ist die Wirtschaft der Eurozone im zweiten Quartal eingebrochen. Europas Statistikamt bestätigte eine erste Schätzung. Außerhalb des Euroraums trifft es Polen hart.

Europa Geld l EZB Europäische Zentralbank in Frankfurt

Sitz der Eurohüter von der EZB in Frankfurt

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung in den Corona-Monaten von April bis Juni ist der stärkste seit Beginn der Statistik im Jahr 1995. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hatten vor allem im April weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt: Geschäfte, Hotels und Restaurants mussten schließen, Fabriken dicht machen, Veranstaltungen ausfallen.

Der Einbruch folgte auf einen bereits deutlichen Rückgang im ersten Quartal. In den Monaten Januar bis März war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Währungsraum um 3,6 Prozent geschrumpft. Im zweiten Jahresviertel meldeten alle Euro-Staaten einen Rückgang ihrer Wirtschaftsleistung, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß.

Deutschland kam mit einem Minus von 10,1 Prozent noch vergleichsweise glimpflich davon, ebenso die Niederlande mit minus 8,5 Prozent. Dagegen meldete Italien einen Einbruch von 12,4 Prozent, Frankreich von 13,8 Prozent und Spanien sogar von 18,5 Prozent.

Rezession in Polen

Polen, das nicht zur Eurozone gehört, also weiter seine eigene Währung hat, steckt mittlerweile in der ersten Rezession seit dem Ende des kommunistischen Regimes in dem Land vor mehr als drei Jahrzehnten. Das Bruttoinlandsprodukt ging im zweiten Quartal um 8,9 Prozent zum Vorquartal zurück, wie das nationale Statistikbüro am Freitag mitteilte. Schon im ersten Quartal hatte sich polnische die Wirtschaftsleistung verringert, wenn auch nur um 0,4 Prozent.

Für ganz Europa rechnen die meisten Experten für das kommende Quartal mit einer Rückkehr zum Wachstum. Die Staaten der Eurozone hatten ab Mai mit Lockerungen ihrer Corona-Maßnahmen begonnen. Zuletzt mehrten sich deshalb die Signale für eine Erholung der Konjunktur im dritten Quartal. Die deutsche Regierung aber warnt auch, die weitere Erholung hänge maßgeblich vom Pandemieverlauf im In- und Ausland ab.

ar/bea (dpa, rtr, afp)

 

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