Recherche-Seite will Skripal-Attentäter identifiziert haben | Aktuell Welt | DW | 26.09.2018
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Giftanschlag

Recherche-Seite will Skripal-Attentäter identifiziert haben

Eine Gruppe von Journalisten kennt nach eigenen Angaben die wahre Identität eines der mutmaßlichen Skripal-Attentäter. Das teilte die britische Recherche-Gruppe Bellingcat mit. Offiziell bestätigt ist das Ganze nicht.

Bild Überwachungskamera (picture-alliance/dpa/AP Photo/Metropolitan Police)

Zeigt das Bild den Offizier Tschepiga und nicht einen Mann namens Boschirow? Eine Recherche-Gruppe ist sich da sicher

Demnach soll es sich bei einem Verdächtigen, der unter dem Namen Ruslan Boschirow nach Großbritannien eingereist war, in Wahrheit um einen hochdekorierten russischen Offizier namens Anatoli Tschepiga handeln. Die britischen Ermittler werfen Boschirow und einem weiteren Russen namens Alexander Petrow vor, unter Decknamen nach Salisbury gereist zu sein und den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergei Skripal und dessen Tochter Julia verübt zu haben.

Weder Scotland Yard noch das britische Innenministerium wollten sich zu dem Bericht der Investigativ-Journalisten äußern. Die BBC berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, es gebe "keine Kontroverse" über die Identifizierung.

Lawrow: "Keine hundertprozentigen Beweise"

Der russische Außenminister Sergej Lawrow betonte abermals, dass es keine eindeutigen Belege für eine Verstrickung Moskaus in den Fall gebe. "Jedes Mal, wenn etwas dazu erklärt wird, gibt es keine hundertprozentigen Beweise", sagte der russische Chefdiplomat. Die neuen Erkenntnisse von Bellingcat kommentierte er nicht.

Vater und Tochter Skripal waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie mussten wochenlang intensiv behandelt werden und entkamen nur knapp dem Tod. London macht den Kreml für das Attentat mit dem Nervengift Nowitschok verantwortlich. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Der Fall löste eine schwere diplomatische Krise zwischen Russland und dem Westen aus. Beide Seiten veranlassten die Ausweisung zahlreicher Diplomaten.

Die beiden Verdächtigen hatten sich Mitte September im russischen Fernsehen unter den Namen Boschirow und Petrow als Touristen vorgestellt. Sie seien wegen der "bekannten Kathedrale" und des Steinzeitmonuments Stonehenge nach England gekommen. Die britischen Ermittler hatten anhand von Überwachungskameras minuziös den Weg der beiden nachgezeichnet.

haz/kle (rtr, dpa, afp)

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