Die Nerven liegen blank in Salisbury | Aktuell Europa | DW | 17.09.2018
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Der Fall Skripal

Die Nerven liegen blank in Salisbury

Zwei Restaurantbesuchern wird schlecht - und die Behörden riegeln die ganze Gegend ab. Der Grund: In Salisbury wurde Ex-Agent Skripal mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Doch diesmal gibt es Entwarnung.

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist noch unklar, ob ein Verbrechen begangen wurde. Die Ermittlungen gehen weiter", heißt es bei der Polizei in Wiltshire. Es gebe jedoch keine Hinweise auf das Nervengift Nowitschok.

In einem Restaurant in Salisbury hatten ein Mann und eine Frau am Sonntagabend über Unwohlsein geklagt. Beide wurden zuerst in dem Gasthaus behandelt und dann in eine Klinik gebracht. Einer der beiden Restaurantbesucher sei russischer Staatsbürger, heißt es in Medienberichten. Die Behörden alarmierten sofort ein Spezialteam und sperrten die umliegenden Straßen ab, um das Restaurant auf gefährliche Stoffe untersuchen zu können.

Salisbury Restaurant Verdacht Giftanschlag (picture-alliance/empics/J. Brady)

Erste Hilfe im Restaurant

London macht Putin persönlich für Nowitschok-Anschlag verantwortlich

Die Stadt reagierte deshalb so vorsichtig, weil sie zuletzt Schauplatz mehrerer Vergiftungen mit dem Kampfstoff Nowitschok war: Im März waren der ehemalige Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia bewusstlos auf einer Parkbank gefunden worden. Beide überlebten den Anschlag, für den die britische Regierung Russland verantwortlich machte. Der Fall führte zu schweren diplomatischen Verwerfungen und schließlich zu US-Sanktionen gegen Russland.

Zuletzt fahndete Großbritannien nach zwei Russen. Zwei ähnlich aussehende Männer stellten sich im Fernsehen als harmlose Touristen dar. Die Regierung in London beschuldigt Präsident Wladimir Putin persönlich, in den Anschlag verwickelt zu sein. Der Kreml bestreitet sämtliche Vorwürfe.

Im Juni kam es in einem Nachbarort von Salisbury zu einem zweiten Nowitschok-Vergiftungsfall. Ein Mann und eine Frau hatten zufällig nach einem Parfümfläschchen gegriffen, in dem offensichtlich das Nervengift gelagert worden war. Die 44-jährige Frau starb kurz darauf in einem Krankenhaus.

ehl/rb (dpa, ap, rtr)

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