Rebellen im Tschad bieten Waffenruhe an | Aktuell Afrika | DW | 25.04.2021
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Afrika

Rebellen im Tschad bieten Waffenruhe an

Wenige Tage nach der Tötung von Präsident Déby im Tschad geben sich die FACT-Rebellen doch verhandlungsbereit. Taktik oder ein ernsthaftes Interesse? Das herrschende Militär zeigt sich unbeeindruckt.

N'djamena: Flagge und Statuen auf dem Place de la Nation

Soldaten auf dem Platz der Nation in der Hauptstadt N´Djamena

Die Rebellen im Tschad, die für den gewaltsamen Tod von Langzeitstaatschef Idriss Déby Itno verantwortlich gemacht werden, wollen angeblich die Waffen schweigen lassen. Seine Gruppe Front pour l'alternance et la concorde au Tchad (FACT, Front für Wandel und Eintracht) stehe "bereit, eine Waffenruhe einzuhalten", erklärte ihr Chef Mahamat Mahadi Ali. Allerdings würden seine Kämpfer derzeit weiter von der Armee bombardiert.

Man sei auch bereit, eine politische Einigung zu diskutieren. Noch vor einigen Tagen hatte die Rebellen-Koalition angekündigt, ihre Offensive fortzusetzen.

Gefangene FACT-Rebellen

FACT-Rebellen, die am 17. April von der Armee nach Kämpfen in Nyze gefangen genommen wurden

Armee: "Wir führen Krieg" 

Ein Vertreter der neuen Militärführung im Land zeigte sich unbeeindruckt. "Das sind Rebellen, deswegen bombardieren wir sie", sagte der Sprecher des militärischen Übergangsrates, Azem Bermandoa Agouna, der Nachrichtenagentur AFP. "Wir führen Krieg, das ist alles." 

Tschad l Beerdigung von Präsident Idriss Déby Itno

Der neue starke Mann: Präsidentensohn Mahamat Idriss Déby (M.) beim Begräbnis seines Vaters am Freitag

Nach dem Tod Débys am vergangenen Montag hatte das Militär die Macht übernommen. Zum Interimspräsidenten wurde sein Sohn Mahamat Idriss Déby ernannt. Der 37-jährige Vier-Sterne-General hat 14 der treuesten Generäle seines Vaters um sich geschart. Er versprach "freie und demokratische" Wahlen nach einer 18-monatigen Übergangsphase.

Neben den FACT-Rebellen lehnt auch die Opposition im Tschad diese Übergangsphase unter militärischer Führung strikt ab. Sie spricht von "Staatsstreich". Ein Bündnis aus politischen Parteien und Organisationen der Zivilgesellschaft erklärte am Samstag: "Wir lehnen vollendete Tatsachen ab und sprechen der Militärjunta die politische Legitimität ab, das Land zu führen". Schließlich habe die Militärführung die Macht gewaltsam übernommen. Das Bündnis rief zum Dialog mit "allen Akteuren" auf.

se/fab (afp, rtr) 

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