Putschisten verweigern weitere Waffenabgabe | Aktuell Afrika | DW | 29.09.2015
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Aktuell Afrika

Putschisten verweigern weitere Waffenabgabe

Nach dem Ende des Staatsstreichs in Burkina Faso weigern sich die Putschisten, ihre Waffen niederzulegen. Reagieren sie damit auf die Entscheidung der Regierung, die umstrittene Präsidentengarde abzuschaffen?

Das Militär des westafrikanischen Landes teilte mit, die Entwaffnung der Präsidentengarde habe am Samstag wie geplant begonnen, sei aber bereits am Sonntag ins Stocken geraten. Staatspräsident Michel Kafando hatte am Mittwoch in der Haupstadt Ougadougou mit den Putschisten um Brigadegeneral Gilbert Diendéré eine Waffenruhe ausgehandelt. Anschließend erklärte er im Staatsfernsehen, alle Regierungsbehörden nähmen ihre Arbeit wieder auf.

Mitte September hatten Soldaten der Präsidialgarde Kafando und mehrere Mitglieder der Regierung festgenommen und General Diendéré zum neuen Präsidenten bestimmt. Am Mittwoch war der Putsch beendet worden. Die Geiseln kamen derweil frei.

Putschisten-Bankkonten eingefroren

Am Samstag beschloss die Regierung Burkina Fasos, die 1200 Mann starke Elitetruppe aufzulösen. Die Staatsanwaltschaft kündigte zugleich an, die Konten von General Diendéré und 13 weiterer Personen einzufrieren, die für den Staatsstreich verantwortlich gemacht werden. Zudem wird Medienberichten zufolge die Partei des früheren Präsidenten Blaise Compaoré mit Sanktionen belegt. Die Präsidialgarde galt als Verbündete von Compaoré und steht im Verdacht, mit dem Putsch die alten Machtverhältnisse wiederherstellen zu wollen.

Compaoré war im Oktober 2014 nach 27 Jahren an der Macht von Bürgerprotesten aus dem Amt vertrieben worden. Eine Übergangsregierung unter Kafando übernahm daraufhin die Macht. Nach dem Sturz des Langzeitstaatschefs sollten Neuwahlen den Übergang zur Demokratie festigen. Ursprünglich sollte am 11. Oktober ein neuer Präsident gewählt werden. Doch nach dem Staatsstreich wurde die Abstimmung auf den 22. November verschoben. Bei Unruhen nach dem Putsch wurden in den vergangenen Wochen elf Menschen getötet.

kle/qu (dpa, afp, ape, rtre)