Pussy-Riot-Frauen offenbar in Sotschi festgenommen | Aktuell Welt | DW | 18.02.2014
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Pussy-Riot-Frauen offenbar in Sotschi festgenommen

Die beiden Ende 2013 aus russischer Lagerhaft entlassenen Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot sind nach eigenen Angaben am Rande der Olympischen Winterspiele in Sotschi von der Polizei festgesetzt worden.

Nadeschda Tolokonnikowa (Artikelbild rechts) teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, sie sei zusammen mit ihrer Bandkollegin Maria Aljochina (Artikelbild links) im Zentrum der Schwarzmeerstadt inhaftiert und "des Raubs beschuldigt" worden. Aljochina sagte der Nachrichtenagentur dpa am Telefon: "Wir sitzen in einem Polizeiauto. Sie bringen uns zur Polizei im Stadtteil Adler."

"Wir haben keinen Widerstand geleistet. Aber sie sind mit grober Gewalt gegen uns vorgegangen. Sie zerrten uns in ein Polizeiauto", teilte die Musikerin weiter mit. Die Telefone seien ihnen zunächst nicht abgenommen worden.

Pussy Riot war demnach in der Stadt der Olympischen Winterspiele am Schwarzen Meer, um einen neuen Videoclip zu drehen mit dem Titel "Putin bringt Dir bei, die Heimat zu lieben". Die Spiele gelten als Prestigeprojekt des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Offizielle russische Stellen äußerten sich bislang nicht zu den Angaben der beiden Frauen. Der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Mark Adams, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Wir warten auf eine offizielle Bestätigung, aber es scheint mir ein Fall für die lokalen Behörden zu sein."

Lagerhaft wegen "Rowdytums"

Tolokonnikowa und Aljochina hatten im Februar 2012 mit anderen Mitgliedern der Frauenband "Pussy Riot" in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein "Punkgebet" aufgeführt, das sich gegen Putin richtete. Sie wurden darauf wegen "Rowdytums" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Im Dezember kamen sie durch eine Amnestie vorzeitig frei. Erst vor einer Woche hatten sie in Berlin für ihre neue Organisation Zona Priva geworben, mit der sie sich für die Verbesserung der Haftbedingungen in russischen Gefängnissen einsetzen wollen.

wl/sti (dpa,afp, rtr, sid)