Prügelstrafe für lesbisches Paar in Malaysia | Aktuell Asien | DW | 03.09.2018
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Homosexualität in islamischen Ländern

Prügelstrafe für lesbisches Paar in Malaysia

Mit Stockschlägen sind in Malaysia zwei lesbische Frauen bestraft worden. Vor einem Scharia-Gericht hatten sie sich für schuldig bekannt. In dem asiatischen Land nimmt die strengere Auslegung des Islam seit Jahren zu.

Die beiden 22 und 32 Jahre alten Frauen waren im April von der Religionspolizei des südostasiatischen Landes festgenommen worden. Das Paar war im Bundesstaat Terengganu dabei beobachtet worden, wie es in einem Auto Sex hatte.

In einem Prozess bekannten sich die Frauen schuldig. Im August wurden die Frauen außerdem zu einer Strafzahlung in Höhe von jeweils umgerechnet knapp 700 Euro verurteilt.

In Malaysia sind homosexuelle Handlungen per Gesetz verboten. Von den 31 Millionen Einwohnern sind etwa 60 Prozent muslimischen Glaubens. Menschenrechtsorganisationen kritisierten, der Prozess sei ein weiterer Beweis dafür, dass die Repressionen gegen Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle (LGBTI) in dem muslimisch dominierten Land zunähmen.

Zunehmende Homophobie

Sie hatten die Justiz aufgefordert, von der Prügelstrafe abzusehen. "Dies ist ein schrecklicher Tag für LGBTI-Rechte und die Menschenrechte in Malaysia", monierte die Malaysia-Expertin von Amnesty International, Rachel Chhoa-Howard.

Sie sprach von einem herben Rückschlag für die Bemühungen der Regierung, ihre Menschenrechtsbilanz zu verbessern. Zugleich sei die Vollstreckung der Prügelstrafe ein Zeichen dafür, dass die im Mai gewählte neue Regierung den Einsatz solcher Maßnahmen ähnlich dulde wie ihre Vorgängerin.

Eine solche Strafverfolgung und Bestrafung werde die jüngste Welle von Homophobie in Malaysia nur noch weiter anheizen, warnte Human Rights Watch.

Seit Jahren werden Vorwürfe von Homosexualität außerdem dazu missbraucht, um politische Rivalen kaltzustellen. So waren dem langjährigen Oppositionsführer Anwar Ibrahim homosexuelle Handlungen unterstellt worden, woraufhin er zweimal für mehrere Jahre inhaftiert worden war.

uh/stu (dpa, epd, afp)

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