Polen gilt ab Sonntag als Corona-Hochinzidenzgebiet | Aktuell Europa | DW | 19.03.2021
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Pandemie

Polen gilt ab Sonntag als Corona-Hochinzidenzgebiet

In vielen europäischen Ländern schnellen die Corona-Fallzahlen in die Höhe. Im benachbarten Polen ist die Lage besonders dramatisch. Die Bundesregierung zieht Konsequenzen.

Coronavirus - Situation an der deutsch-polnischen Grenze

Passanten kommen vom polnischen Slubice über den Grenzübergang Stadtbrücke nach Frankfurt (Oder) in Brandenburg

Wegen stark steigender Corona-Zahlen stuft die Bundesregierung Polen als Gebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko (Hochinzidenzgebiet) ein. "Landesweit überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 200 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage", begründet das Auswärtige Amt auf seiner Webseite die Entscheidung. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Polen wird aufgrund der hohen Infektionszahlen gewarnt.

Von Sonntag an ist die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Nachbarland nur noch mit einem negativen PCR-Test erlaubt. Das gab das Robert Koch-Institut (RKI) bekannt.

Für Polen gibt es keinen amtlichen Inzidenzwert. Die absolute Zahl der Neuinfektionen an einem Tag lag am Freitag aber bei 25.998 und damit nur noch knapp unter dem Rekordwert von 27.875 aus dem November.

Polen I Temporäres Krankenhaus in Krakau

Im Ausstellungs- und Kongresszentrum EXPO in Krakau wird eine Krankenhausstation für COVID-19-Patienten eingerichtet

Zum Vergleich: In Deutschland meldete das RKI am Freitag 17.482 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, also deutlich weniger als im Nachbarland. Deutschland hat aber mehr als doppelt so viele Einwohner. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Warschau ist die britische Virusvariante in Polen mittlerweile für mehr als 60 Prozent der Neuinfektionen verantwortlich. Auch in Deutschland wird die ansteckendere und wohl auch tödlichere Variante B.1.1.7 nach RKI-Daten inzwischen in etwa drei von vier Fällen nachgewiesen.

Testergebnis muss mitgeführt werden 

Bisher konnten sich Einreisende aus Polen auch noch bis zu 48 Stunden nach dem Grenzübertritt testen lassen. Wirksame Kontrollmöglichkeiten dafür gibt es nicht. Die Testpflicht schon vor der Einreise lässt sich dagegen eher überprüfen, auch wenn bisher keine stationären Kontrollen wie an den Grenzen zu Tschechien oder zum österreichischen Bundesland Tirol geplant sind.

Mecklenburg-Vorpommern hat bereits einen Beschluss zur Umsetzung der neuen Einstufung für Grenzpendler gefasst: Sie sollen alle 48 Stunden einen negativen Corona-Test vorlegen. In Brandenburg wird künftig von Pendlern ein Test zwei Mal pro Woche verlangt. 

Auch Bulgarien und Zypern jetzt Hochinzidenzgebiete 

Auch Bulgarien, Zypern, Kuwait, Paraguay und Uruguay stehen ab Sonntag auf der Liste der Hochinzidenzgebiete. Für die bisherigen Virusvariantengebiete Großbritannien und Irland werden dagegen die Reisebeschränkungen deutlich gelockert. Ab Sonntag gelten beide Länder wieder nur als  "normale" Risikogebiete. Das bedeutet, nach Deutschland Einreisende müssen dann nur noch für zehn Tage in Quarantäne und können sich davon nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test befreien.

Ganz aufgehoben werden Quarantäne und Testpflicht für ein weiteres beliebtes Urlaubsgebiet der Deutschen: Die portugiesische Algarve wird wie zuvor schon Mallorca und die anderen Balearen-Inseln von der Liste der Risikogebiete genommen. Allerdings dürfen die Hotels an der Algarve derzeit noch keine Touristen aufnehmen. 

Portugal | Stadtansicht Praia da Luz

Blick auf die Ortschaft Praia da Luz an der Algarve - die Hotels sind für Touristen noch geschlossen

Ganz von der Risikoliste gestrichen werden auch Galicien im Nordwesten Spaniens, eine Region in Finnland, das südostasiatische Malaysia sowie St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik.

Die Karibikinsel Curacao, die finnische Region Südkarelien sowie Regionen in Norwegen und Kroatien sind dagegen neu auf der Liste der Risikogebiete.

se/wa (dpa, rtr, afp, rki.de, auswaertiges-amt.de)

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