PLO-Generalsekretär Erekat im künstlichen Koma | Aktuell Nahost | DW | 19.10.2020
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Naher Osten

PLO-Generalsekretär Erekat im künstlichen Koma

Der Gesundheitszustand des an Corona erkrankten Saeb Erekat hat sich weiter verschlechtert. Die palästinensische Behörde hatte Israel um die Behandlung ihres Chef-Unterhändlers gebeten.

Palästina Saeb Erakat

Saeb Erekat hatte sich 2017 einer Lungentransplantation unterzogen (Archvibild)

Der 65-jährige Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) sei in einem kritischem Zustand, teilte das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem mit. Wegen Atemnot sei der ehemalige Unterhändler bei Friedensgesprächen mit Israel in Vollnarkose versetzt worden und erhalte nun eine künstliche Beatmung. Erekat war am Sonntag in die Universitätsklinik gebracht worden.

"Immense Herausforderung"

Erekats Behandlung sei eine "immense Herausforderung", weil sein Immunsystem nach einer Lungentransplantation vor drei Jahren unterdrückt sei, hieß es weiter. Dazu kämen nun die Corona-Erkrankung und eine bakterielle Infektion. Die ranghöchsten Ärzte von Hadassah seien in Kontakt mit anderen Medizinern weltweit, um die Behandlung abzustimmen. Erekats Familie und die Palästinenserbehörden würden regelmäßig über seinen Zustand informiert.

Israel und Palästina Nahost Friedensgespräche in Washington Kerry Livni Erekat

Saeb Erekat verhandelte mit den Großen: Hier mit US-Außenminister John Kerry 2013 (Archivbild)

Der PLO-Generalsekretär war am 9. Oktober positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Die palästinensische Behörde hatte Israel laut Berichten dringend um eine Behandlung Erekats gebeten, nachdem sich der Gesundheitszustand des in Jericho lebenden Politikers verschlechtert hatte. Erekat war am Sonntag daraufhin zunächst nach Tel Aviv und später nach Jerusalem gebracht worden. Nach Angaben der Familie war sein Zustand zunächst stabil.

Israel legte Friedenspläne auf Eis

Der promovierte Politikwissenschaftler war seit Mitte der 1990er Jahre Chefunterhändler bei den Verhandlungen mit Israel gewesen. Seit 2014 liegen diese jedoch brach. Als Konsequenz aus Annexionsplänen Israels im Westjordanland hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Mitte Mai die Aufhebung aller Vereinbarungen mit Israel und den USA erklärt. Israel hat die Pläne allerdings im Gegenzug für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Eis gelegt, baut aber seine Siedlungen im Westjordanland weiter aus.

Im Westjordanland gibt es 42.490 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus, 381 Menschen sind an COVID-19 oder dadurch den ausgelösten Komplikationen gestorben.

nob/kle (dpa, afp, kna)

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