Plötzlich berühmt - Hilft die Schutzpatronin Corona gegen die Pandemie? | Kultur | DW | 13.05.2020
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Brauchtum

Plötzlich berühmt - Hilft die Schutzpatronin Corona gegen die Pandemie?

Eigentlich hilft sie Metzgern und Schatzsuchern und generell bei Geldsorgen. Manche glauben aber, die Schutzheilige Corona wirke auch gegen Infektionen. Ihre Gebeine sind im Aachener Dom ausgestellt.

Die Coronavirus-Pandemie bringt plötzlich eine christliche Märtyrerin ins Gespräch, die vor etwa 1800 Jahren von den Römern zu Tode gefoltert worden sein soll. Ihr Name: Corona. Der Aachener Dom hat soeben in seiner Schatzkammer ein aufwendiges Reliquiar ausgestellt, das einige Knochen der Heiligen Corona enthalten soll. Lange vor dem Ausbruch der gleichnamigen Pandemie plante der Dom für diesen Sommer eine Ausstellung über einige seiner kostbaren Goldschmiedearbeiten. Am Dienstag (12. Mai) eröffnete eine kleine Ausstellung: Da es momentan kaum Touristen gebe, sei es "relativ ruhig", sagt die Sprecherin des Aachener Doms, Daniela Lövenich, der DW.

Gedenktafel der Heiligen Korona im Aachener Do (picture-alliance/AP Photo/M. Meissner)

Die Gebeine der Corona liegen seit Jahrhundert in Aachen

Die eigentliche Ausstellung zur Goldschmiedekunst im Historismus sollte im Sommer eröffnen, der über drei Monate hinweg aufbereitete Gold-, Bronze- und Elfenbeinschrein Corona, zuvor 25 Jahre lang vor der Öffentlichkeit verborgen, sollte der Höhepunkt sein.

Wenig bekannte Schutzpatronin

Die mächtige Kathedrale aus dem 9. Jahrhundert ist die Grabstätte Karls des Großen, hier wurden deutsche Könige gekrönt, bis heute ist sie eine bedeutende Wallfahrtskirche. König Otto III. brachte 997 die Reliquien von Corona nach Aachen. Sie wurden zunächst jahrhundertelang in einem Grab unter einer Platte auf dem Domboden aufbewahrt, bevor sie Anfang des 20. Jahrhunderts in das Heiligtum gebracht wurden. "Unser Interesse an Corona ist eher kunsthistorisch", sagt Lövenich. Als Schutzpatronin sei sie im Rheinland kaum bekannt gewesen, im Gegensatz zu Bayern und Österreich, wo die Heilige Corona in einigen Teilen noch immer verehrt werde.

Reinigung des Schreins der Heiligen Corona im Dom zu Aachen (picture-alliance/dpa/R. Roeger)

Reinigung des Schreins der Heiligen Corona

Spieler und Schatzsucher beteten zu Corona

Die Heilige Corona gilt gemeinhin als Schutzpatronin der Metzger und Schatzsucher, die in Zeiten finanzieller Not zu ihr beten. Manche Kirchenvertreter meinen jedoch, sie sei - zumindest lokal, auch Schutzpatronin für die Abwehr von Infektionskrankheiten.

Die Menschen in der Kleinstadt St. Corona in Österreich hätten in schwierigen Zeiten zu der Heiligen gebetet, auch um ihr Vieh vor Seuchen zu bewahren, sagt Lövenich und fügt hinzu, dass dies ein sehr lokales Phänomen gewesen sei, das aber inzwischen die Aufmerksamkeit der Medien erregt habe. Allgemein sei sie jedoch nicht als Seuchenheilige bekannt. In der Pandemie kann die Heilige Corona vielleicht nicht als Schutzpatronin helfen, dafür könnten sich Gläubige in Geldangelegenheiten an sie wenden. Hier gibt es dank des weltweiten Abschwungs ja sicher genug zu tun.

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Welterbe: Kaiserdom Aachen

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