Piraten überfallen deutsches Frachtschiff | Aktuell Afrika | DW | 16.08.2019
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Westafrika

Piraten überfallen deutsches Frachtschiff

Im Meer vor Kamerun haben Piraten ein Frachtschiff einer deutschen Reederei überfallen und mehrere Seeleute entführt. Die "MarMalaita" ist nicht das einzige Schiff, das an Kameruns Küste von Seeräubern geentert wurde.

Screenshot Frachtschiff MarMalaita

Die "MarMalaita" auf einem Archivbild der Reederei MC-Schiffahrt

Wie das Hamburger Unternehmen MC-Schiffahrt (MarConsult Schiffahrt), dem die "MarMalaita" gehört, auf seiner Homepage schreibt, kamen die Piraten in der Nacht zum Freitag an Bord, als das Frachtschiff im westafrikanischen Golf von Guinea vor der Millionenstadt Duala vor Anker lag. Die Angreifer hätten acht der zwölf Besatzungsmitglieder mitgenommen, teilte die Reederei mit. MC-Schiffahrt hat nach eigenen Angaben ein Notfall-Team zusammengerufen, das mit allen relevanten Behörden zusammenarbeitet. Die 2002 gebaute "MarMalaita" fährt unter der Flagge des Karibikstaates Antigua und Barbuda.

Ob Deutsche unter den Entführten sind, ist noch unklar. Wie das Außenministerium in Moskau mitteilte, sind drei der gekaperten Seeleute Russen.

Ein Piraten-Hotspot, der Golf von Guinea 

Das International Maritime Bureau (IMB), eine auf Kriminalitätsbekämpfung auf See spezialisierte Abteilung der Internationalen Handelskammer, teilte mit, es habe in den vergangenen Tagen Piraten-Überfälle auf zwei Schiffe vor der kamerunischen Küste gegeben. Neben dem deutschen Schiff sei auch ein griechisches in den Gewässern vor Duala angegriffen worden. Insgesamt seien dabei innerhalb weniger Stunden 17 Menschen entführt worden. Das IMB sprach eine Warnung an alle Schiffe vor der Küste Dualas aus.

Nach IMB-Angaben hat sich der westafrikanische Golf von Guinea in den vergangenen Jahren zum internationalen Brennpunkt von Piraten-Angriffen entwickelt. Von den insgesamt 75 Seeleuten, die weltweit in der ersten Hälfte dieses Jahres als Geiseln genommen wurden, wurden laut IMB 62 im Golf von Guinea entführt. Die meisten Angriffe von Seeräubern gab es demnach in nigerianischen Hoheitsgewässern.

qu/rb (dpa, afp, rtr, MC-Schiffahrt)

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