Mehr Piratenangriffe vor Westafrika | Aktuell Welt | DW | 16.01.2019
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Seefahrt

Mehr Piratenangriffe vor Westafrika

Weltweit ist die Zahl der Übergriffe durch Seeräuber gestiegen. Besonders der Golf von Guinea wird für Seefahrer noch gefährlicher. Kapitäne raten in diesen Gewässern zu besonderer Wachsamkeit.

Die Zahl der Piraterie und bewaffneter Überfälle auf Schiffe hat im vergangenen Jahr weltweit deutlich zugenommen. Laut des internationalen Schifffahrtsbüros (IMB) der internationalen Handelskammer wurden im vergangenen Jahr 201 Vorfälle gemeldet. Das sind 21 mehr als 2017. 

Besonders in der Region Westafrika wurden vermehrt Angriffe registriert. Die Zahl der Übergriffe im Golf von Guinea hat sich mehr als verdoppelt. Demnach haben sich alle der sechs weltweit gemeldeten Schiffsentführungen in den Gewässern zwischen der Elfenbeinküste und dem Kongo ereignet. 13 der 18 beschossenen Schiffe befanden sich ebenfalls in diesem Seegebiet. Auch 130 der 141 Geiselnahmen sowie 78 von 83 entführten Seefahrern mit Lösegeldforderung wurden den Piraten im Golf von Guinea zugeordnet.

Überfall auf Hoher See

Im letzten Quartal 2018 wurde ein enormer Anstieg von Gewalttaten festgestellt: Schiffe wurden von Seeräubern weit außerhalb der Hoheitsgewässer geentert, die Besatzungen nach Nigeria entführt und Lösegelder gefordert. Allein in diesen drei Monaten wurden 41 Fälle gemeldet. Laut des IMB weichen die bewaffneten Kriminellen weiter auf das Meer aus. Ihre Ziele: Massengutfrachter, Containerschiffe und Stückgutschiffe in Ergänzung zu lokalen Angriffen auf Tanker, Unterstützungsschiffe der Ölindustrie und Fischereischiffe.

Piraten Somalia (picture alliance / dpa)

2008 kaperten somalische Piraten ein chinesisches Fischerboot

"Es besteht dringender Bedarf an verstärkter Zusammenarbeit und Austausch von Informationen zwischen den Anrainerstaaten des Golfs von Guinea. Dies ist notwendig, damit wirksame Maßnahmen gegen Piraten ergriffen werden können", sagt ein Sprecher des IMB.

Auch vor Somalia wird weiterhin zur Vorsicht geraten: Obwohl keine Schiffe in dieser Region entführt wurden, schossen Piraten auf Tanker und Massengutfrachter. IMB Kapitäne rufen zu einem hohen Maß an Wachsamkeit beim Durchqueren dieser Gewässer auf.

Weniger Übergriffe im asiatischen Raum

Eine leichte Entspannung zeichnet sich in den asiatischen Gewässern ab. Die Patrouillen in Indonesien zeigen Erfolge, hier ist die Zahl der Vorfälle im dritten Jahr in Folge zurückgegangen. Ein Großteil der gemeldeten Vorfälle waren Diebstähle. In den Philippinen wurden lediglich 10 Vorfälle gemeldet, 2017 waren es noch 22. Dies geht laut IMB auf das schnell Handeln der Besatzungen sowie der philippinischen Küstenwache zurück. Jedoch geben die Angriffe vor der malaysischen Küstenstadt Sabah auf der Insel Borneo weiterhin Grund zur Sorge: Hier kam es zu Entführungen und Schusswechseln.

fa/se (dpa, IMB)