Pilotenstreik bei Ryanair verpufft | Aktuell Deutschland | DW | 22.12.2017
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Luftfahrt

Pilotenstreik bei Ryanair verpufft

Der Streik der festangestellten Piloten beim Billigflieger Ryanair in Deutschland hat die Passagiere längst nicht so hart getroffen wie befürchtet. Fast alle Maschinen konnten am Freitagmorgen pünktlich starten.

Ryanair-Maschine (picture alliance/NurPhoto/A. Widak)

Abgehoben - trotz Streik

Der Billigflieger Ryanair hat die Folgen des ersten Pilotenstreiks seiner Firmengeschichte in Deutschland begrenzen können. Es sei am Morgen kein Flug ausgefallen, nur neun von 36 Starts seien verspätet gewesen, teilte Ryanair am Freitag mit. Auch Sprecher der Flughäfen Frankfurt, Berlin und Köln/Bonn erklärten, es habe Verzögerungen, aber keine Flugstreichungen gegeben. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte Festangestellte unter den rund 400 Ryanair-Piloten in Deutschland zu Warnstreiks bei 16 Flügen zwischen 05.00 und 09.00 Uhr MEZ aufgerufen. Doch die Airline habe Piloten eingesetzt, die in der Probezeit oder selbstständig seien, erklärte VC-Sprecher Markus Wahl. Die Gewerkschaft sei dennoch mit der Beteiligung zufrieden. "Bei Ryanair intern hat das Ganze hohe Wellen geschlagen", sagte Wahl.

Es war befürchtet worden, dass der kurzfristig angesetzte erstmalige Piloten-Ausstand in der Geschichte des irischen Billigfliegers Ryanair die Weihnachts-Reisepläne von Tausenden Passagieren in Deutschland durchkreuzen könnte. 

Die irische Billigfluglinie Ryanair entschuldigte sich bei ihren Passagieren wegen Unannehmlichkeiten während des Warnstreiks in Deutschland und bezeichnete den Warnstreik als eine "unnötige" Aktion. Es hätten sich nur wenige Piloten daran beteiligt.

Piloten wollen Interessenvertretung durchsetzen

Es war der erste Ausstand in der Geschichte des 1985 gegründeten Billigfliegers, der die höchsten Passagierzahlen in ganz Europa aufweist. An den Weihnachtsfeiertagen selbst solle nicht gestreikt werden, hatte VC-Gewerkschaftschef Ilja Schulz zuvor versichert. Ryanair hatte den Streik vorab kritisiert und Passagieren geraten, zum Airport zu kommen. Man plane, alle Flüge durchzuführen. Kern des Konflikts ist die bisher noch fehlende Anerkennung gewerkschaftlicher Vertreter bei Ryanair.

Am Mittwoch waren nach Darstellung der VC erste Sondierungsgespräche über einen Tarifvertrag nicht zustande gekommen, weil Ryanair zwei der fünf in Dublin anwesenden VC-Tarifkommissionsmitglieder als Verhandlungspartner abgelehnt habe. Die Gespräche seien damit gescheitert. Man lasse sich von der Fluglinie nicht vorschreiben, mit wem sie verhandeln wolle, sagte Schulz.

IT-Probleme am Frankfurter Flughafen

Der Airport in Frankfurt am Main hat derweil ganz andere Probleme. Am Freitagmorgen sorgten IT-Störungen, die nichts mit dem Warnstreik zu tun hatten, für Verspätungen und Probleme, wie ein Sprecher des Flughafen-Managements sagte. Wie viele Maschinen und welche Airlines davon betroffen sind, war zunächst unklar.

qu/fab (dpa, afp, rtr)