Physik-Nobelpreis geht an Briten Higgs und Belgier Englert | Aktuell Welt | DW | 08.10.2013
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Physik-Nobelpreis geht an Briten Higgs und Belgier Englert

Der Physiknobelpreis geht in diesem Jahr an den Belgier Francois Englert (l.) und den Briten Peter Higgs. Sie werden für die "Vorhersage" des Higgs-Teilchens ausgezeichnet.

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Physik-Nobelpreis für Englert und Higgs

Die beiden Wissenschaftler hätten unabhängig voneinander eine Theorie ausgearbeitet, die "zentraler Teil des Standardmodels der Teilchenphysik sei", erklärte die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm.

Der 84-jährige Higgs und der 80-jährige Englert würden geehrt für "die theoretische Entdeckung eines Mechanismus, der zu unserem Verständnis des Ursprungs der Masse von subatomaren Partikeln beiträgt", hieß es in der Begründung. Es geht darum, wie Teilchen - also die Grundbausteine der Materie - ihre Masse erhalten.

Dies wird mit dem sogenannten Higgs-Mechanismus erklärt, dem Peter Higgs schon in den 1960er Jahren auf die Spur kam. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Higgs-Bosonen, die wegen ihrer universellen Bedeutung auch "Gottesteilchen" genannt werden.

Englert, mittlerweile emeritierter Professor der Freien Universität Brüssel, hatte schon vor Higgs zusammen mit seinem 2011 verstorbenen Kollegen Robert Brout an dem Thema gearbeitet.

Durch CERN belegt

Ihre Theorie war vergangenes Jahr durch das europäische Forschungszentrum CERN mit hoher Wahrscheinlichkeit belegt worden. Dazu diente ein riesiger Teilchenbeschleuniger. Der in der Nähe von Genf errichtete LHC gilt als größte Maschine, die jemals von Menschen erbaut wurde. Mehr als hundert Meter unter der Erde ließen die CERN-Wissenschaftler in dem 27 Kilometer langen Ringtunnel Protonen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen.

Higgs hatte die als Sensation gefeierte mutmaßliche Entdeckung des nach ihm benannten Higgs-Bosons mit typisch britischem Understatement kommentiert. "Es ist schön, manchmal Recht zu haben", sagte er im Juli 2012.

Deutlich emotionaler reagierte jetz Higgs auf die Nachricht aus Stockholm. Er sei "überwältigt", sagte er laut einer Mitteilung der Universität von Edinburgh, an der er als Professor gearbeitet hatte. Er hoffe, dass dieser Nobelpreis das Bewusstsein für die Bedeutung von Grundlagenforschung fördere, fügte Higgs hinzu.

Die höchste Auszeichnung für Physiker ist mit umgerechnet 920.000 Euro (acht Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Den Auftakt zum diesjährigen Nobelpreis-Reigen machte am Montag der Preis für Medizin. Der Deutsche Thomas Südhof und seine US-Kollegen James Rothman und Randy Schekman wurden für ihre Arbeiten über Transportmechanismen der Zelle ausgezeichnet.

Am Mittwoch folgt in Stockholm die Bekanntgabe des Preisträgers für Chemie, am Donnerstag der für Literatur. Der mit besonderer Spannung erwartete Träger des Friedensnobelpreises wird am Freitag in der norwegischen Hauptstadt Oslo bekanntgegeben. Den Abschluss bildet, wieder in Stockholm, der Preis für Wirtschaft, am kommenden Montag.

se/gmf/uh (afp, dpa)

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