Perus Ex-Präsident Fujimori nach Begnadigung frei | Aktuell Amerika | DW | 05.01.2018
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Aktuell Amerika

Perus Ex-Präsident Fujimori nach Begnadigung frei

Nach der umstrittenen Begnadigung ist Perus Ex-Staatschef Fujimori ein freier Mann. Ursprünglich hätte der 79-Jährige weitere 15 Jahre Haft absitzen sollen. Kritiker wittern einen schmutzigen Deal mit dem Nachfolger.

Peru Alberto Fujimori aus Klinik entlassen (Getty Images/AFP/L. Gonzales)

Alberto Fujimori beim Verlassen der Klinik in Lima

Alberto Fujimori war vor zwölf Tagen wegen Herzproblemen in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Lima eingeliefert worden. Am Donnerstagabend verließ er die Einrichtung in Begleitung seines Sohnes Kenji. Der ehemalige Staatschef saß dabei im Rollstuhl und wurde von Polizisten und Sicherheitspersonal eskortiert. Dabei grüßte er einige Anhänger, bevor er in eine schwarze Limousine gesetzt und davongefahren wurde.

Präsident Pablo Kuczynski hatte seinen Vorgänger am 24. Dezember mit Verweis auf die schlechte Gesundheit des 79-Jährigen überraschend begnadigt und seine Haftentlassung verfügt. Die Entscheidung löste Protestkundgebungen im Inland und heftige Kritik auch im Ausland aus. Kritiker witterten einen schmutzigen Deal zwischen Kuczynski und Fujimoris Sohn.

Dieser soll als Gegenleistung für die Begnadigung seines Vaters dafür gesorgt haben, dass die Opposition nicht genug Stimmen für eine Amtsenthebung von Kuczynski im Kongress zusammenbekam.

Umstrittene Enthaltung

Zwar hatte Fujimoris Tochter Keiko das Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen gegen den amtierenden Präsidenten betrieben, doch Bruder Kenji und mehrere andere Abgeordnete der Opposition enthielten sich in der entscheidenden Abstimmung und brachten das Vorhaben damit zum Scheitern.

Fujimori regierte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand. 2007 war er der Bestechung, des mehrfachen Mordes, des Einsatzes von Todesschwadronen und anderer schwerer Menschenrechtsverletzungen für schuldig befunden worden. Von den 25 Jahren Haft, zu denen er verurteilt worden war, saß Fujimori insgesamt zehn Jahre ab.

djo/stu (afp, dpa)