Paulo Pinheiro: „Es gibt keine militärische Lösung in Syrien“ | Pressemitteilungen | DW | 20.09.2013
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Pressemitteilungen

Paulo Pinheiro: „Es gibt keine militärische Lösung in Syrien“

Der Vorsitzende der Syrien-Kommission der Vereinten Nationen, Paulo Sérgio Pinheiro (Brasilien), hat einen Stopp der Waffenlieferungen an Syrien gefordert. Diese seien nicht hinnehmbar.

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Vorsitzender der UN-Syrien-Kommission: Paulo Pinheiro

Das Interview im Wortlaut:

„Zunächst muss man sagen, dass es keine militärische Lösung der Krise gibt. Anzunehmen, dass entweder die Regierung oder die Rebellen einen Sieg davontragen könnten, ist eine Illusion. Darum ist es sehr wichtig, dass Waffenlieferungen an sämtliche Kriegsparteien gestoppt werden. Denn die beste Art, diesen Krieg am Leben zu behalten, besteht darin, die Parteien zu unterstützen und mit Waffen zu versorgen. Diese Lieferungen sind nicht hinnehmbar, denn die meisten dieser Waffen werden dazu gebraucht, Kriegsverbrechen zu verüben, noch mehr Syrer zu töten, noch mehr Menschen zu Flüchtlingen innerhalb und außerhalb des Landes zu machen. Der einzige Weg, all dies zu stoppen, sind Verhandlungen.“

Dabei sollten vor allem die Länder, die in der Region Einfluss haben, Vertrauen zueinander aufbauen, so Pinheiro:

„In dieser Hinsicht könnten sie dem Beispiel Russlands und der USA folgen. Beide schienen anfangs sehr weit voneinander entfernt, aber jetzt haben sie sich auf ein Abkommen geeinigt. Dieses Abkommen zeigt, dass es möglich ist, sich auf eine politische Lösung zuzubewegen.“

Pinheiro kündigt an, dass sich die UN-Untersuchungskommission bis Ende des Jahres dazu äußert, wer für den Einsatz der Chemiewaffen in Syrien verantwortlich ist:

„Ich habe den UN-Bericht gerade gelesen. Ihm ist zu entnehmen, dass in großem Umfang Sarin eingesetzt wurde. Es wäre aber unverantwortlich, irgendeine Aussage über die Verantwortlichen zu machen. Die Untersuchungskommission für Syrien hat das Mandat, das herauszufinden. Wir beantragen derzeit, wieder nach Syrien zu kommen, denn wir wollen unser Mandat erfüllen. In unserem nächsten Bericht werden wir unweigerlich sagen, wer die Verantwortlichen sind. Wir werden uns vor Ende dieses Jahres äußern.“

20. September 2013
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