Pakistan: Todesurteil gegen Christin Asia Bibi aufgehoben | Aktuell Asien | DW | 31.10.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Vorwurf der Gotteslästerung

Pakistan: Todesurteil gegen Christin Asia Bibi aufgehoben

Weil sie angeblich den Propheten Mohammed beleidigt hatte, war die Pakistanerin Asia Bibi zum Tode verurteilt worden. Das Oberste Gericht des Landes hat sie jetzt, acht Jahre später, überraschend auf freien Fuß gesetzt.

Die Richter in Islamabad hätten die sofortige Freilassung Asia Bibis angeordnet, teilte ihr Anwalt Saiful Malook mit. "Sie wurde von allen Vorwürfen freigesprochen", sagte Richter Saqib Nisar.  Das Gericht befand, dass die Vorwürfe gegen die Frau juristisch schwach begründet seien und es keinen Grund gebe, sie zu bestrafen.

Pakistan Demonstration für Hinrichtung Asia Bibi (picture-alliance/AP Photo/B.K. Bangash)

In Islamabad demonstrierten Radikale gegen eine Freilassung von Asia Bibi

Die Entscheidung löste Proteste von Islamisten in mehreren Städten des Landes aus. Die Behörden hatten schon vor dem Urteil die Sicherheitsmaßnahmen rund um das Gericht verstärkt. Die vierfache Mutter war 2010 in der Provinz Punjab wegen Beleidigung des Propheten Mohammed zum Tode verurteilt worden. Muslimische Frauen aus ihrem Dorf hatten ihr vorgeworfen, sich im Streit beleidigend über Mohammed geäußert zu haben. Das Todesurteil sorgte international für Empörung. Asia Bibi war als erste Frau in Pakistan wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden. 2011 wurde der liberale Gouverneur von Pakistans größter Provinz Punjab erschossen, weil er Bibi verteidigt und die Blasphemiegesetze kritisiert hatte.

"Ein Meilenstein"

Kritiker sagen, die Gesetze würden unter anderem missbraucht, um persönliche Feinde anzuschwärzen oder aus dem Weg zu schaffen. "Die Entscheidung ist ein mutiger Versuch des Staates, den Islamisten die Stirn zu bieten", sagte der Analyst Irfan Shehzad zum Spruch der obersten Richter. "Dieses Urteil ist ein Meilenstein in Pakistans Kampf um Rechte und ein Hinweis, dass der Staat sich durchsetzen will."

ni/ ww (afp,dpa)

Die Redaktion empfiehlt