Pakistan sendet Signal der Entspannung | Aktuell Asien | DW | 28.02.2019
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Kaschmir-Konflikt

Pakistan sendet Signal der Entspannung

Pakistan werde am Freitag den abgeschossenen indischen Piloten an Indien übergeben, so Premierminister Imran Khan. Zuvor hatten sich die beiden Atommächte an der Grenze in Kaschmir erneut einen Schusswechsel geliefert.

Pakistan nach Abschuss zweier Kampfjets aus Indien (picture-alliance/Zuma/PPI)

Pakistaner gucken sich Imran Khans Ansprache vom Mittwoch im Fernsehen an

Nach der jüngsten militärischen Konfrontation zwischen Pakistan und Indien will Pakistan zu einer Beruhigung der Lage beitragen. "Als Friedensgeste" werde Islamabad am Freitag den festgesetzten indischen Piloten freilassen, sagte der pakistanische Premierminister Imran Khan in einer Parlamentsrede. Zuvor hatte Khan Indien bereits in einer Fernsehansprache Gespräche angeboten. 

Dagegen rief Indiens Premierminister Narendra Modi seine Landsleute am Donnerstag in einer martialischen Rede zur Standhaftigkeit gegen den Erzrivalen Pakistan auf. Er sprach von einem "Feind, der Indien destabilisieren" wolle. Indien werde "geschlossen kämpfen und geschlossen siegen". Das ganze Land stehe "mit unseren Soldaten".

Am Morgen hatten sich die beiden Atommächte an der Grenze in Kaschmir erneut einen Schusswechsel geliefert. Das Feuergefecht dauerte nach Angaben der indischen Armee gut eine Stunde, war aber weniger heftig als der schwere Artilleriebeschuss am Mittwoch. Auch ein pakistanischer Regierungsvertreter sprach von nur kleinen Schusswechseln. 

Modi vor Parlamentswahl unter Druck

Die Spannungen zwischen den verfeindeten Atommächten Indien und Pakistan hatten sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Nachdem Indiens Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanischem Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan nach eigenen Angaben am Mittwoch zwei indische Kampfflugzeuge ab. Ein indischer Pilot sei danach festgesetzt worden.

Khan hatte bereits am Mittwoch in einer Fernsehansprache Indien Gespräche angeboten. Indiens Regierung um die hindu-nationalistische Partei BJP von Premierminister Modi steht allerdings unter Druck, Stärke zu zeigen, weil in wenigen Monaten eine Parlamentswahl ansteht. In den vergangenen Tagen gab es Berichte über Schusswechsel und Truppenbewegungen entlang der De-facto-Grenze in Kaschmir.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen die beiden Länder Kaschmir für sich - und kontrollieren jeweils einen Teil. Sie führten bereits zwei Kriege um das Himalaya-Tal.

ie/pg (rtr, afp, dpa)

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