Paketgeschäft belastet die Deutsche Post | Wirtschaft | DW | 07.08.2018
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Logistik

Paketgeschäft belastet die Deutsche Post

Auch wenn der Online-Handel blüht und immer mehr Waren per Paket versandt werden: Die Deutsche Post beklagt Gewinneinbußen, weil die Erträge im Paketdienst sinken. Jetzt will sie aufräumen - und die Preise anheben.

Es ist nicht allzu lange her, da ist die Post im Paket-Geschäft noch rasch gewachsen - getrieben durch den rasant zunehmenden Online-Handel. Jetzt muss der Konzern feststellen, die Kosten aus den Augen verloren zu haben. Deshalb verdiente der Dax-Konzern im zweiten Quartal rund 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das waren aber immer noch 516 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Bonn mitteilte.

Zwar verbesserte sich der Umsatz leicht um 1,4 Prozent auf rund 15 Milliarden Euro, aber auch der operative Gewinn ging kräftig zurück. "Im Paketgeschäft sind wir in den vergangenen Jahren deutlich schneller gewachsen als der Wettbewerb, alles nach der Devise: 'Wachstum ist super, der Rest wird sich finden'", hatte Post-Chef Frank Appel unlängst in einem Mitarbeiter-Magazin festgestellt. 

Boomsektor dank Online-Handel

Die Brief- und Paketsparte war schon in der Vergangenheit Sorgenkind der Post, weil das Briefgeschäft durch den Siegeszug der E-Mail und anderer elektronischer Kommunikationswege schrumpft. Auf der anderen Seite verlieh aber der durch Amazon, Zalando & Co. boomende Online-Handel dem Paket-Geschäft Flügel und kurbelte den Umsatz an. Hier eilte die Post in der Tat von Rekord zu Rekord.

Deutschland, Pforzheim: Symbolbild Amazon Logistikzentrum (picture-alliance/dpa/C. Schmidt)

Der Online-Handel boomt - bisher konnte die Post profitieren: Amazon-Lager in Pforzheim

Doch auch die Kosten stiegen. Die will der Konzernchef nun senken. Der für die Sparte zuständige Vorstand Jürgen Gerdes hatte seinen Hut nehmen müssen, Appel leitet das Geschäft nun selbst. Doch das eingeleitete Restrukturierungsprogramm kostet zunächst einmal Geld. Ein Programm für einen vorgezogenen Personalabbau und Investitionen, die die Abläufe in Sortierung und Zustellung bessern sollen, lastet auf den Bilanzen.

So dreht die Post auch an der Preisschraube. Zum 1. Juli stiegen die Preise für Bücher- und Warensendungen. Bei den Briefen wartet die Post noch auf die Entscheidung der Bundesnetzagentur über eine Preiserhöhung im kommenden Jahr. Abseits des Brief- und Paketgeschäfts lief es indes gut für die Post. Im Expressgeschäft und auch in der lange kriselnden Frachtsparte konnte der Konzern den operativen Gewinn deutlich steigern.

ar/nm (dpa, rtr)

 

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