Paketbomben an Obama, Clinton und CNN | Aktuell Amerika | DW | 24.10.2018
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USA

Paketbomben an Obama, Clinton und CNN

Eine Serie von Paketbomben erschüttert die USA. Die Adressaten sind US-Demokraten und ihnen nahestehende Institutionen und Personen. Die Ermittler vermuten, dass die verdächtigen Päckchen denselben Absender haben.

Kurz vor den Kongresswahlen, die Anfang November in den USA anstehen, sorgen die Funde mehrerer Sprengsätze für Aufruhr. Die Bombenpakete gingen an prominente Kritiker von US-Präsident Donald Trump. Unter den Adressaten sind allen voran der frühere US-Präsident Barack Obama und die Ex-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, sowie weitere demokratische Politiker, das CNN-Fernsehstudio in New York und der Milliardär George Soros.

Keine Gefahr für Obama und Clinton

Die verdächtigen Pakete an Obama und Clinton wurden bei Routinekontrollen durch den Secret Service entdeckt. Der Dienst ist nicht nur für den Personenschutz amtierender Präsidenten, sondern auch früherer Präsidenten und Präsidentschaftskandidaten zuständig.

Ein Risiko, dass die mutmaßlichen Paketbomben hätten Obama oder Clinton erreichen könnten, habe nicht bestanden, teilte der Secret Service mit. Die Sendungen seien sofort als "potenzielle Sprengsätze" identifiziert worden. Die Postsendung an Clinton wurde im Landkreis Westchester bei New York entdeckt. Die frühere First Lady und Ex-Präsident Bill Clinton haben dort ihr Privathaus. Die gefährliche Sendung an Obama war an dessen Wohnsitz in Washington adressiert.

Ein weiteres verdächtiges Päckchen wurde im Postraum des liberalen, bei konservativen Republikanern verhassten Nachrichtensenders CNN gefunden. Laut CNN ähnelte das im Funkhaus im New Yorker Time-Warner-Gebäude eingegangene Paket den Sendungen an Obama und Clinton. Nach Angaben der Polizei enthielt die Sendung an CNN eine Metallröhre mit Drähten und einen Briefumschlag mit weißem Pulver.

 

Konkret war die potenziell gefährliche Lieferung an den ehemaligen Direktor des Auslandsgeheimdienstes CIA, John Brennan, adressiert. Er arbeitet als Experte für CNN. Brennan war bis zum Amtsantritt von Präsident Trump CIA-Chef und ist ein scharfzüngiger Kritiker des Präsidenten. 

Bereits am Montag war ein mutmaßlicher Sprengsatz im Briefkasten des Milliardärs Soros in Bedford, einem Vorort von New York, gefunden worden. Der aus Ungarn stammende Soros ist einer der größten Geldgeber der US-Demokraten und wird von Rechtspopulisten in den Vereinigten Staaten wie auch seinem Herkunftsland heftig attackiert.

Rohrbomben vermutlich vom selben Täter

Laut ersten Ermittlungen des FBI handelte es sich bei den Sprengsätzen um einfache Rohrbomben. Nach bislang unbestätigten Angaben waren die Briefbomben aber funktionsfähig. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Postsendungen denselben Absender haben. Die Hintergründe sind bisher unklar.

Ein Päckchen an das Büro des New Yorker Gouverneurs Andrew Cuomo entpuppte sich als Fehlalarm. Ein Polizeisprecher sagte, es gebe keinen Zusammenhang mit den anderen Fällen.

Ganz klar ein Terrorakt

Gouverneur Cuomo und New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprachen von einem terroristischen Akt. Die Gesellschaft dürfe sich dem nicht beugen, sagte Cuomo. "Wir weigern uns, uns einschüchtern zu lassen."

Trump mit einer überparteilichen Mahnung

Der US-Präsident verurteilte die Taten. Solche feigen Anschlagsversuche könnten nicht toleriert werden, sagte er in Washington. Für politische Gewalt sei in den Vereinigten Staaten kein Platz. Die Täter würden mit aller Härte des Gesetzes zur Verantwortung gezogen. Er sei extrem verärgert, erbost und unglücklich über die Vorfälle.

Die Rohrbombenserie trifft eine seit dem Amtsantritt Trumps zutiefst gespaltene Gesellschaft. Viele Amerikaner beklagen eine zunehmende Aggressivität sowohl in der politischen Debatte als auch im täglichen Zusammenleben. Der Präsident ist daran nicht unbeteiligt. So bezeichnet er ihm kritisch gegenüberstehende Medien wie CNN als Feinde des Volkes. Die führenden Demokraten im Senat und Kongress, Chuck Schumer und Nancy Pelosi, warfen Trump in einer gemeinsamen Erklärung vor, er spalte die Amerikaner mit seinen Worten und Taten.

qu/stu (rtr, dpa, afp)

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