"Our World is Kind": Fotowettbewerb zeigt Momente der Menschlichkeit
Kriege, Krisen und Katastrophen dominieren die Nachrichten. Die US-amerikanische Organisation "Envision Kindness" will dagegen halten - und macht mit dem Fotowettbewerb "Our World is Kind" das Gute in der Welt sichtbar.

Retterin
Eine brennende Hütte neben einer Müllkippe in Myanmar und ein mutiges Mädchen: Die Jury kürte das Bild des Fotografen Aung Kyaw Zaw zum Gewinnerfoto des Wettbewerbs. Zaw fing den Moment ein, in dem sich das Mädchen noch einmal in die brennende Behausung wagte, um den darin gefangenen und jaulenden Hund zu befreien. "Rescuer" (deutsch: Retterin), lautet der Titel des Bildes.
Umarmung
Wiedersehen nach einem langen Lockdown während der Corona-Pandemie: Eine Großmutter und ihr Enkelsohn in der Türkei können sich endlich wieder umarmen. "Hug", Umarmung, heißt das Bild des Fotografen Deniz Kalaycı. Momente der Verbundenheit wie diese will der US-amerikanische Initiator David Fryburg mit dem "Our World is Kind"-Wettbewerb (deutsch: "Unsere Welt ist freundlich") sichtbar machen.
Helfende Hand
Ein Mann hilft einem anderen, der im Rollstuhl sitzt, auf einer überfluteten Straße in Kalkutta voranzukommen. Vor rund zehn Jahren gründete Fryburg gemeinsam mit seinem Sohn die Non-Profit-Organisation "Envison Kindness", die den Fotowettbewerb ausrichtet. "Unser Ziel ist es, Verbundenheit und Freude zu fördern, Gemeinschaft zu stärken und Stress zu reduzieren", sagte Fryburg der DW.
Alte Gefährten
Zärtliche tägliche Routine seit 70 Jahren: Liebevoll kämmt ein Mann seine Frau. Das chinesische Ehepaar hat fast sein ganzes Leben miteinander verbracht, beide sind über 90 Jahre alt. Der Wettbewerb soll Menschen dabei helfen, dem Strudel schlechter Nachrichten zu entkommen - denn wer Gutes sieht, dem geht es besser, so die Idee. Über 3000 Fotos wurden Fryburg zufolge dieses Jahr eingesendet.
Nachwachsende Hoffnung
Gutes für die Natur tun: Fotograf Froi Rivera hat festgehalten, wie junge Frauen auf den Philippinen Bäume pflanzen. "Die Bilder sorgen für Ruhe, Glück und ein Gefühl der Verbundenheit", sagt der Initiator Fryburg. Obwohl sie aus vielen verschiedenen Ländern und Kulturen stammen, gehe es in allen Bildern um eine Verbindung, meist zwischen zwei Lebewesen.
Kinder des Krieges
"Viele der eingesandten Bilder werden in Kurzvideos verwendet, die wir an Orten mit hohem Stresspegel zeigen, vor allem im Gesundheitswesen", erklärt Fryburg. Dieses kleine Mädchen, das im Krieg verletzt wurde, wird in einem deutschen Krankenhaus behandelt. Der Fotograf Toby Binder hat die NGO "Friedensdorf International" begleitet, die Flüchtlingskindern lebensrettende Operationen ermöglicht.
Liebe für die Heimatlosen
Ein Pfleger einer Organisation für Obdachlose in Bangladesch streicht einer alten Frau sanft über die Wange: "An diesem Ort werden die Verlassenen nicht vergessen, sondern umarmt: die Alten, deren Gesichter von den Geschichten vergangener Zeiten gezeichnet sind, und die Kinder, in deren Augen sich Träume widerspiegeln, die vorzeitig ausgelöscht wurden“, schreibt die Fotografin Fabeha Monir.
Bis dass der Tod euch scheidet
Füreinander da bis zuletzt: Eine alte Frau in Myanmar hält die Hand ihres sterbenden Ehemanns. "Sein Leben geht zu Ende", schreibt der Fotograf Pyi Soe Tun. Das Paar hat sich daran gehalten , was es sich einst versprochen hat: Bis dass der Tod euch scheidet. "Wenn Freundlichkeit Medizin wäre, dann wäre sie die vielleicht beste für die menschliche Gesundheit", sagt Fryburg.