Ostafrika rüstet sich | Afrika | DW | 26.09.2013
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Afrika

Ostafrika rüstet sich

Nach dem blutigen Anschlag und Geiseldrama in Kenia ist Ostafrika in Alarmbereitschaft. Besonders Uganda und Burundi wappnen sich gegen Aktionen der Dschihadisten.

Erhöhte Sicherheitsstufe in der ugandischen Hauptstadt Kampala. Supermärkte, Klubs, Moscheen und Kirchen - alles werde verstärkt geschützt, erklärt Armeechef Katumba Wamala. Außerdem gehe es zunächst darum, die Grenzen zu Kenia zu sichern, wo die Terroristen der Al-Schabaab-Miliz am Samstag (21.09.2013) ein Einkaufszentrum überfallen hatten. "Wir arbeiten gut mit den kenianischen Behörden zusammen", sagte Wamala bei einer Pressekonferenz am Dienstag (24.09.2013) in Kampala. Die Sicherheitsdienste stehen in Kontakt, die Grenzkontrollen wurden verschärft. "So können wir die Gefahr zwar vermindern, aber nicht ausschließen", so Wamala weiter. Uganda war bereits zuvor Ziel von Anschlägen der Al-Shabaab. Während öffentlichen Fernsehübertragungen der Fußballweltmeisterschaft 2010 starben über 70 Menschen bei mehreren Bombenexplosionen in Kampala.

Karte von Ostafrika mit Ländern der AMISOM (DW-Grafik: Peter Steinmetz).

Kampala 2010, Nairobi 2013 - die AMISOM-Länder müssen Anschläge fürchten

Muslime in Bedrängnis

Im Rahmen einer Militärmission der Afrikanischen Union (AU) in Somalia kämpft Uganda seit 2007 gegen die somalische Al-Shabaab. Die somalische Miliz hatte wiederholt allen Ländern gedroht, die sich an der AU-Mission in Somalia (AMISOM) beteiligen. Uganda stellt mit gut 6200 Soldaten derzeit den größten Teil der Mission, gefolgt von Burundi mit 5400 und Kenia mit 4700 Einsatzkräften.

Burundis Hauptstadt Bujumbura (Foto: DW)

Angst vor dem Terror - auch in Burundis Hauptstadt Bujumbura

Auch in Burundi herrscht deshalb Alarmbereitschaft. Polizisten durchsuchten am Mittwoch Stadtviertel und Gemeinden, in denen vorwiegend Muslime leben - auf der Suche nach Al-Shabaab-Kämpfern, wie es heißt. Im Viertel Buyenzi in der Hauptstadt Bujumbura wurden rund 250 Anwohner festgenommen. "Die Polizei muss wachsam sein, damit es nicht zu einem Anschlag wie in Kenia kommt", sagt Burundis stellvertretender Polizeisprecher Pierre Nkurunkiye. Und er spricht von Gerüchten, nach denen die Terrororganisation bereits Anschläge in Burundi plane.

Muslimische Bewohner äußern sich besorgt über die aktuelle Entwicklung. Eine Somalierin, die kurzzeitig festgenommen wurde, berichtet der DW, wie sie nach dem Morgengebet von Polizisten verhaftet wurde. Einer hätte sie nach ihrem Ausweis gefragt. "Ich gab ihm den Ausweis und er sagte, 'Gut, steig ein.'" Dabei habe sie gültige Papiere. Doch auch Muslime aus Burundi fühlten sich unter Generalverdacht gestellt.

Zukunft der Friedensmission

Ugandas Armeechef Katumba Wamala (Foto: Reuters)

Ugandas Armeechef Katumba Wamala

Der jüngste Angriff der Al-Shabaab-Miliz in Kenia hat eine neue Debatte um den AU-Einsatz in Somalia angestoßen. In internationalen Medien wird diskutiert, ob die Führung der AU-Mission AMISOM in die Hände der Vereinten Nationen gelegt werden sollte. Davon hält Ugandas Armeechef Wamala wenig: Die Afrikanische Union habe in Somalia einen besseren Ruf als die Vereinten Nationen, deren militärische Intervention bereits Anfang der 1990er Jahre scheiterte. Doch die Truppe brauche dringend Unterstützung, so Wamala. "AMISOM ist an einem Punkt angekommen, an dem wir unseren Operationsradius nicht mehr ausweiten können", sagt er. "Dazu reichen unsere Streitkräfte nicht."

Sein Appell an die Internationale Gemeinschaft sei bisher ungehört geblieben, so Wamala. "Wenn sie die AMISOM-Truppen nicht aufstocken wollen, sollten sie versuchen, die somalische Armee zu stärken." Er wies auf die Ausbildung von somalischen Soldaten hin, die bereits in Uganda stattfindet - mit Unterstützung der EU. Auch die Bundeswehr ist daran beteiligt. "Wir bilden diese Somalier in Uganda aus. Doch wenn sie zurückkehren, kann ihr Gehalt dort nicht bezahlt werden", berichtet Wamala.

Trotz aller Schwächen der Mission - der Kampf gegen den Terrorismus sei noch nicht verloren, sagt der ugandische General. Doch es brauche mehr Unterstützung. Bisher gab es aus dem Ausland vor allem Solidaritätsbekundungen. Al-Shabaab drohte schon kurz nach den Anschlägen in Nairobi mit neuen Attacken.

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