Oscars 2019: ″Green Book″ ist der beste Film | Aktuell Amerika | DW | 25.02.2019
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Filmpreise

Oscars 2019: "Green Book" ist der beste Film

Aus Sicht der Oscar-Jury gab es keinen besseren Film als das Rassismus-Drama. Das wurde am Sonntagabend in Hollywood bekanntgegeben. Die wichtigsten Entscheidungen hier im Überblick.

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Mit dem Oscar für den besten Film ist "Green Book - Eine besondere Freundschaft" ausgezeichnet worden. Die Komödie um das Verhältnis zwischen einem schwarzen Pianisten und seinem weißen Fahrer in der Zeit der Rassentrennung in den Südstaaten der USA wurde mit dem Hauptpreis geehrt. Der Film von Peter Farrelly basiert auf einer wahren Geschichte. "Green Book" setzte sich unter anderem gegen "Bohemian Rhapsody", "Roma" und "Vice - Der zweite Mann" durch.


Bester Schauspieler: Rami Malek

Rami Malek erhielt die Auszeichnung für seine Rolle im Film "Bohemian Rhapsody" über die legendäre britische Rockband Queen. Der US-Amerikaner stellt darin den 1991 verstorbenen Sänger Freddie Mercury dar. "Danke an Queen", sagte der 37-Jährige bei der Entgegennahme der begehrten Trophäe. Malek setzte sich gegen Christian Bale ("Vice - Der zweite Mann"), Bradley Cooper ("A Star Is Born"), Willem Dafoe ("Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit") und Viggo Mortensen ("Green Book") durch. Mit insgesamt vier Academy Awards schnitt "Bohemian Rhapsody" bei der 91. Verleihung der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles am besten ab.
 

Beste Schauspielerin: Olivia Colman

Die Britin holte den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Geehrt wurde Olivia Colman für ihre Rolle als britische Königin Anne in der Historiengroteske "The Favourite - Intrigen und Irrsinn". Die 45-Jährige setzte sich gegen Yalitza Aparicio ("Roma"), Glenn Close ("Die Frau des Nobelpreisträgers"), Lady Gaga ("A Star is Born") und Melissa McCarthy ("Can You Ever Forgive me?") durch. Für den Film "The Favourite" war es dennoch ein enttäuschendes Ergebnis, er hatte wie "Roma" zehn Nominierungen erhalten, bekam aber nur den Schauspieler-Oscar. 

Bester nicht-englischsprachiger Film: "Roma"

Kein zweiter Oscar für Florian Henckel von Donnersmarck - der deutsche Regisseur ging mit seinem Künstlerdrama "Werk ohne Autor" in diesem Jahr leer aus. Stattdessen gewann "Roma" des mexikanischen Regisseurs Alfonso Cuarón in der Kategorie "bester nicht-englischsprachiger Film". "Roma" erzählt von einer Familie im Mexiko der 1970er Jahre und ist eine Hommage an die Kindermädchen aus Cuaróns Vergangenheit. Es ist der erste Auslands-Oscar für Mexiko.

Beste Regie & Beste Kamera-Arbeit: Alfonso Cuarón

Der Mexikaner Cuarón gewann mit "Roma" auch die Oscars für die beste Regie und die beste Kamera-Arbeit. Der Kameramann von Donnersmarcks "Werk ohne Autor", Caleb Deschanel, hatte das Nachsehen. Cuarón hatte bereits 2014 gleich zwei Oscars errungen: für die Regie und den Schnitt des Weltraumabenteuers "Gravity". Der Film "Roma", der für den Streamingdienst Netflix gedreht wurde, erhielt damit zusammen drei Academy Awards, alle in Kategorien, die als wichtig angesehen werden.

Beste Nebendarstellerin: Regina King

Die 48-jährige Afroamerikanerin aus den USA erhielt den Preis für ihre Rolle in dem Drama "If Beale Street Could Talk". Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des afroamerikanischen US-Autors James Baldwin von 1974. Regina King spielt darin die Rolle einer Mutter, die sich für den zu Unrecht wegen Vergewaltigung inhaftierten Freund ihrer Tochter einsetzt. Sie setzte sich gegen Amy Adams ("Vice"), Marina de Tavira ("Roma") sowie Emma Stone und Rachel Weisz (beide in "The Favourite") durch.

Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali

Der 45-jährige US-Amerikaner wurde für seine Leistung im Rassismusdrama "Green Book" ausgezeichnet. Darin spielt er an der Seite von Viggo Mortensen einen begabten afro-amerikanischen Musiker, der in den 1960er Jahren mit einem weißen Chauffeur in die US-Südstaaten reist. Es ist bereits der zweite Oscar für Ali: 2017 gewann er mit "Moonlight" die Auszeichnung ebenfalls als bester Nebendarsteller. Insgesamt erhielt "Green Book" drei Academy Awards, genau so viele wie "Roma" und "Black Panther" und nur einen weniger als der Tagessieger "Bohemian Rhapsody".

Bester Filmsong: "Shallow"

Mit "Shallow" holte Lady Gaga die Trophäe für den besten Filmsong. Sie hatte das Stück zum Musikfilm "A Star Is Born" beigesteuert. Kurz zuvor hatte die Sängerin die Ballade zusammen mit ihrem Kollegen Bradley Cooper noch selbst live auf der Bühne vorgetragen. Lady Gaga war in dem Film auch als beste Hauptdarstellerin nominiert, ging aber leer aus.

Beste Musik: "Black Panther"

Der Oscar für die beste Filmmusik ging an Ludwig Goransson für den Superheldenfilm "Black Panther". Der Film über eine Marvel Comids-Figur erhielt zudem die Academy Awards für bestes Produktionsdesign (Hannah Beachler und Jay Heart) und das beste Kostümdesign (Ruth Carter).

Bester Animationsfilm: "Spider-Man: A New Universe"​​​​​​​

Die Trophäe für den besten Animationsfilm sicherten sich Bob Persichetti, Peter Ramsey und Rodney Rothman für "Spider-Man: A New Universe". Es ist der erste Oscar für die Marvel Studios, die zahlreiche Superheldenfilme auf der Basis von Comics hergestellt haben.

Bestes adaptiertes Drehbuch: "BlacKkKlansmann"

Für das beste adaptierte Drehbuch wurden Charlie WachtelDavid RabinowitzKevin Willmott und Spike Lee für ihre Arbeit an "BlacKkKlansman" ausgezeichnet. Lee nutzte seine Dankesrede, um ein politisches Statement zu setzen. "Vor der ganzen Welt erweise ich unseren Vorfahren, die dieses Land aufgebaut haben, meine Ehre", sagte der US-Regisseur der Polit-Satire. Vor 400 Jahren seien ihre Vorfahren aus Afrika geraubt und versklavt worden. Es sei wichtig, von den Vorfahren zu lernen, sagte er. "Dann erlangen wir unsere Menschlichkeit wieder." Der Afro-Amerikaner Lee kritisierte indirekt außerdem die aktuelle Regierung in den USA. "Die Präsidentenwahlen von 2020 sind nicht mehr weit weg. Lasst uns aktiv werden und auf der richtigen Seite der Geschichte stehen", sagte er. Das sei eine moralische Wahl zwischen Liebe und Hass.

Beste Dokumentation: "Free Solo"

In dieser Kategorie ruhten die deutschen Hoffnungen auf der Produktion "Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats". Der in Berlin lebende syrische Regisseur Talal Derki hatte für seine Doku eigenen Angaben zufolge viele Monate bei einer Familie in Syrien gelebt, deren Vater ein radikaler Islamist ist. Den Doku-Oscar gewann dann aber der Film "Free Solo" von Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi über einen waghalsigen Freikletterer.

Bestes Make-up: "Vice"

Außerdem hatte die deutsche Make-up-Artistin Pamela Goldammer für ihre Arbeit in dem Fantasyfilm "Border" auf einen Oscar gehofft; doch der Preis in dieser Kategorie ging an "Vice: Der zweite Mann", ein Film von Regisseur Adam McKay über den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. 

wa/stu/kle (dpa, afp, ape, rtre)

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