Oracle macht America′s Cup spannend | Sport | DW | 23.09.2013
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Sport

Oracle macht America's Cup spannend

Immer noch keine Entscheidung beim wichtigsten Segelrennen der Welt: Nachdem zunächst das Wetter nicht mitspielt, vergibt Herausforderer Team New Zealand einen Matchball nach dem anderen.

Der 34. America's Cup ist bereits jetzt der längste in der Geschichte der wichtigsten internationalen Segelregatta. Die Entscheidung über den Gesamtsieg fällt frühestens in der Nacht zum Dienstag (24.09.2013), am insgesamt 17. Renntag. Bisher hielt die 31. Auflage von 2003 den Rekord, bei der das Schweizer Team Alinghi die Sieger-Kanne erst nach 16 Tagen mit 5:0 gegen Neuseeland gewann.

Der diesjährige America's Cup ist aber nicht nur die längste, sondern mittlerweile auch eine der spannendsten Ausgaben des Cups. Nachdem Titelverteidiger Oracle aus den USA wegen Regelverstößen in den Qualifikationsrennen mit zwei Punkten Abzug in die Finalserie gegen Team New Zealand gestartet war und die Herausforderer bereits vor fünf Tagen ihren achten Sieg geholt hatten, schien der Cup bereits entschieden. Die Neuseeländer lagen 8:1 in Führung, ihnen fehlte nur noch ein einziger Punkt zum Gesamtsieg. Oracle musste dagegen die restlichen acht Wettfahrten allesamt gewinnen.

New Zealand lässt Chancen ungenutzt

Danach machte zunächst das Wetter in der Bucht vor San Francisco den Seglern einen Strich durch die Rechnung. Zweimal musste ein gesamter Renntag wegen zu starken Windes abgesagt werden. Anschließend gab es zu wenig Wind. Zwar gewann Team New Zealand das 13. Rennen, allerdings schafften es die "Kiwis" nicht, innerhalb der maximal erlaubten Zeit von 40 Minuten ins Ziel zu segeln. Das Rennen wurde aus der Wertung genommen und neu angesetzt. Seitdem gewinnen nur noch die US-Amerikaner.

Die Katamarane von Team New Zealand und Oracle segeln dicht hintereinander, Gischt sprizt hoch (Foto: dpa)

So eng ging es am 16. Renntag nur zu Beginn zu - danach distanzierte Oracle (r.) seinen Herausforderer

In der vergangenen Nacht fügte Oracle seinem Punktekonto zwei weitere Siege hinzu. Die Crew um Skipper Jimmy Spithill und Taktiker Ben Ainslie gewann die Wettfahrten 14 und 15 und verkürzte auf 5:8. Die Neuseeländer und ihr Skipper Dean Barker geraten damit immer mehr unter Druck und das macht sich auch auf dem Wasser bemerkbar: In beiden Wettfahrten lag Neuseeland zunächst dicht hinter dem Gegner, verlor dann aber jeweils einige hundert Meter und geriet ins Hintertreffen.

Erst auf dem sogenannten Kreuzkurs, dem Abschnitt der Regatta, in dem die 40 Meter hohen und bis zu 80 Stundenkilometer schnellen Hightech-Katamarane gegen den Wind kreuzen müssen, wendete sich das Blatt. Der Kreuzkurs führt zur letzten Wendemarke rund 500 Meter vor dem Ziel. In beiden Rennen war das neuseeländische Boot hier viel schneller als das amerikanische. Doch statt die Fahrt auszunutzen und zu Oracle aufzuschließen, nahm Barker sein Boot ohne erkennbaren Grund aus dem Wind und vergab so die Chance noch einmal dicht heranzukommen.

Taktisch hervorragend

Immer mehr bezahlt macht sich dagegen bei Oracle ein Wechsel auf der Position des Taktikers, der gemeinsam mit dem Strategen für die Vorausplanung der nächsten Manöver verantwortlich ist. Seitdem New Zealand seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf 6:1 ausgebaut hatte, bekleidet der Brite Ben Ainslie diese Position. Ainslie ist mit vier Goldmedaillen der erfolgreichste Olympia-Segler der Geschichte. Seine Erfahrung kommt den US-Amerikanern nun zu Gute.

Ben Ainslie (l.) und Jimmy Spithill gehen durch ein Spalier von Fans mit US-amerikanischen Fahnen (Foto: dpa)

Die Väter der jüngsten Oracle-Erfolgsserie: Taktiker Ben Ainslie (l.) und Skipper Jimmy Spithill

"Wir haben einfach Spaß beim Segeln", sagte der 36-jährige Ainslie nach dem 15. Rennen bescheiden. Etwas euphorischer war Skipper Spithill: "Ben hat einen phantastischen Job gemacht und unter Druck sehr gute Entscheidungen für uns getroffen. Ich kann es nicht erwarten, morgen wieder hier rauszufahren." Sein Auftrag hat sich nicht geändert: Er muss gewinnen. Fünf Match-Punkte blieben dagegen den Neuseeländern. Allerdings müssen sie die Nerven behalten - und das scheint immer schwieriger zu werden.

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