Oppositionspolitiker in Simbabwe in Gewahrsam | Aktuell Afrika | DW | 09.08.2018
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Simbabwe

Oppositionspolitiker in Simbabwe in Gewahrsam

Die Wahlen in Simbabwe haben dem Land bislang nicht die ersehnte politische Stabilität gebracht. Ein Oppositionsführer, der vor Verfolgung zu fliehen versuchte, befindet sich nun in Haft.

Der Oppositionspolitiker Tendai Biti (Artikelbild) wurde nach Angaben seines Rechtsanwaltes von der Polizei in Simbabwe in Gewahrsam genommen. Zuvor hatten sich die Behörden im benachbarten Sambia geweigert, Biti aufzunehmen und ihm politisches Asyl zu gewähren. Stattdessen wurde Biti Sicherheitskräften aus Simbabwe übergeben.

Rechtsanwalt Gilbert Phiri gab die Informationen über den Verbleib von Biti an die Nachrichtenagentur Reuters und andere Medienvertreter weiter. Der frühere Finanzminister Simbabwes und acht weitere Vertreter der Opposition werden von den Behörden in Simbabwe gesucht. Ihnen wird vorgeworfen, nach der Wahl gewaltsamen Widerstand organisiert zu haben. Der umstrittene Präsident Emmerson Mnangagwa war nach der Wahl zum Sieger erklärt worden. 

Beim Versuch der Armee, die Proteste gegen das Wahlergebnis und den Erfolg der Regierungspartei ZANU-PF niederzuschlagen, waren sechs Menschen getötet worden. Auch Oppositionsführer Nelson Chamisa weigerte sich, das Ergebnis anzuerkennen - und richtete Vorwürfe an die Adresse der Regierung. 

Simbabwe Wahl | MDC Protest & Ausschreitungen in Harare (Reuters/P. Bulawayo)

Ausschreitungen in der Hauptstadt Harare nach der Wahl

Bitis Demokratische Volkspartei war eine Allianz mit Chamisas Bewegung für den demokratischen Wandel MDC eingegangen. Der ehemalige Minister hielt sich seit vergangener Woche versteckt und fürchtet nach den Worten von Vertrauten um sein Leben.

Im November war der langjährige Machthaber Robert Mugabe praktisch durch einen Militärputsch verdrängt worden. An seine Stelle trat der frühere Geheimdienstchef Mnangagwa, der freie und faire Wahlen in Aussicht gestellt hatte.

ml/sti (rtr, afp)

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