″Ok, Boomer″ - Millennials versus Babyboomer | Kultur | DW | 15.11.2019
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Generationenkonflikt

"Ok, Boomer" - Millennials versus Babyboomer

Konflikte zwischen den Generationen gab es schon immer. Nur die Art, wie sie ausgetragen werden, ändert sich. Die sozialen Netzwerke tragen ihren Teil dazu bei - und das nicht immer konstruktiv.

"Ok, Boomer" - in den sozialen Medien, die von der jüngeren Generation dominiert werden, ist dieser Ausdruck seit Monaten ein geflügeltes Wort. Der erste auffindbare Tweet mit der Formulierung #okboomer datiert vom 12. April 2018. Er steht für die Kritik der Millennials, geboren in den 1980er- und 1990er-Jahren, an der Generation ihrer Eltern, der Nachkriegsgeneration, den sogenannten "Babyboomern". 

Kritisieren die Älteren gern "die Jugend von heute" - auch das ist ein uraltes Phänomen - so drehen die Jüngeren nun den Spieß um. "Ok, Boomer" ist ihre Antwort auf die Vorwürfe, dass sie idealistisch, narzisstisch und unverantwortlich seien. Früher hätte es wohl "Alles klar, Opa" oder "Lass gut sein, Alter" geheißen. Nichts Besonderes also. Doch dank der sozialen Medien findet sich schnell eine große Gemeinschaft, und auch der Ton tendiert dazu, schärfer zu werden - auf beiden Seiten. Die Frage ist, wie konstruktiv ein Dialog auf dieser Ebene noch sein kann. 

Neuseeland erweckt Aufsehen 

Obwohl der Ausdruck "Ok, Boomer" schon seit Monaten im Netz kursiert, machte er erst Anfang November Schlagzeilen, nachdem die neuseeländische Politikerin Chloe Swarbrick, Jahrgang 1994, ihn während einer Rede im Parlament verwendete. Es ging um Klimaschutz und die Verantwortung der Älteren gegenüber den nachkommenden Generationen. Swarbrick wurde wiederholt unterbrochen, bis sie schließlich die Zwischenrufe eines älteren Kollegen mit "Ok, Boomer" parierte.

Neuseeländische Parlamentsdebatten taugen nicht immer zur YouTube-Sensation, diese drei Sekunden aber gingen viral. Laut Chloe Swarbrick bringt "Ok, Boomer" die Frustration junger Menschen auf den Punkt, die vor gewaltigen ökologischen Herausforderungen stehen, zugleich aber in einer polarisierten Debatte erleben müssen, dass Fakten nicht mehr zählten. 

Was mit "Ok, Boomer" gemeint sein soll, wusste das neuseeländische Parlaments-TV übrigens offensichtlich nicht, es untertitelte die Passage mit "OK, Berma." 

Panne bei Twitter 

Auch auf der Plattform Twitter wurde über #okboomer diskutiert - in ganz verschiedenen Sprachen. Dummerweise erkennt Twitter nicht immer die richtige Sprache und da kann es dann schon mal zu markanten Fehlern kommen. 

Die Userin @digiom aus Österreichs Hauptstadt Wien hatte auf einen Tweet des Users @guenterhack geantwortet und in dieser Antwort "die Boomer" geschrieben, was auf Deutsch nichts anderes bedeutet als die Mehrzahl von "Boomer". Twitter hingegen interpretierte den Text als englischsprachigen Tweet: Aus dem deutschen Artikel "die" wurde das englische Verb "die" (sterben) und aus den zwei Worten somit eine verbale Bedrohung: "Stirb Boomer" - woraufhin das Konto von @digiom für zwölf Stunden gesperrt wurde. Als sie wieder online war, twitterte sie einen Screenshot der Twitter-Nachricht, aus der hervorging, dass sie gegen die Richtlinien für Hassreden verstoßen habe. 

Auf Anfrage der DW wies Twitter-Sprecher Holger Kerstin darauf hin, dass Einzelfälle nicht kommentiert würden, es manchmal aber Fehler bei der Anwendung der Regeln gebe und dass man sich für diese Fälle entschuldige. Twitter wolle weiter daran arbeiten, die Kommunikationskultur zu verbessern. 

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