OECD warnt in Bildungsstudie vor langfristigen Corona-Folgen | Aktuell Deutschland | DW | 08.09.2020
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

COVID-19

OECD warnt in Bildungsstudie vor langfristigen Corona-Folgen

Die monatelangen Schulschließungen im ersten Halbjahr 2020 könnten für Schüler lebenslang negative Auswirkungen haben. Deutschland bekommt in der Studie der OECD gute Noten für das System der Berufsausbildung.

Leeres Klassenzimmer mit Stühlen auf den Tischen

In vielen Ländern der Erde konnten Schüler wegen des Coronavirus lange nicht zur Schule gehen

Die Industriestaaten-Organisation OECD befürchtet wegen Schulschließungen infolge der Corona-Krise deutliche Einkommensverluste. "Die Lernverluste während der Schulschließung können für die Corona-Generation ein Minus von drei Prozent beim Lebenseinkommen bedeuten und sich bis zum Ende des Jahrhunderts auf Hunderte Milliarden Euro an Verlusten summieren", sagte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher bei der Vorstellung der Studie "Bildung auf einen Blick 2020". "Der Lernverlust wird zu einem Verlust an Fähigkeiten führen", argumentiert die OECD. Fähigkeiten stünden aber in Beziehung zu der Produktivität von Menschen.

Prozentual weniger Geld für Bildung

Video ansehen 01:47

Bildung: Gleiche Chancen für alle Kinder?

Die Studie vergleicht die Bildungssysteme der OECD- und anderer Länder. Dem aktuellen Bericht zufolge haben die OECD-Länder in den vergangenen Jahren anteilig am Bruttoinlandsprodukt (BIP) immer weniger Geld für Bildungseinrichtungen ausgegeben. Bis 2017 ist der Wert unter das Niveau von 2005 gefallen und lag bei 4,9 Prozent. Im Hochschul- und Universitätsbereich seien die Ausgaben als Prozentsatz des BIP am stärksten gesunken. Deutschland liegt dabei mit 4,2 Prozent noch unter dem OECD-Durchschnitt. Allerdings wurde nominell pro Schüler oder Student mehr Geld ausgegeben als in den meisten anderen Ländern.

Deutschland top bei Berufsausbildung

Bei der beruflichen Bildung - Schwerpunkt des aktuellen Berichts - sieht die OECD eine Stärke im deutschen System. 46 Prozent aller Schüler entscheiden sich für eine Berufsausbildung als Einstieg ins Erwerbsleben - vier Prozentpunkte mehr als im OECD-Schnitt.

Doch auch hier könnte die Coronavirus-Pandemie potentiell Einschnitte bedeuten. "In Deutschland stützt sich die Finanzierung beruflicher Bildung in hohem Maße auf Aufwendungen des privaten Sektors, die hauptsächlich von Betrieben und Unternehmen stammen", heißt es in dem Bericht. Dies könne durch die momentane Wirtschaftskrise gefährdet sein.

In ihrem Bericht warnt die OECD in diesem Zusammenhang auch vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland bei Personen mit niedrigem Bildungsabschluss, denn diese dürften am wenigsten von Telearbeit profitieren.

ust/uh (dpa, afp, rtr, kna)

Die Redaktion empfiehlt