Notfallzulassung für Biontech-Impfstoff in Großbritannien | Coronavirus und COVID-19 - aktuelle Nachrichten zur Pandemie | DW | 02.12.2020
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Corona-Pandemie

Notfallzulassung für Biontech-Impfstoff in Großbritannien

Der Corona-Impfstoff des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer hat in Großbritannien alle Hürden genommen. Es ist die erste Zulassung dieses Vakzins weltweit. Nächste Woche beginnen die Impfungen.

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Wie funktioniert der Corona-Impfstoff?

Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat nach Angaben des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff BNT162b2 erteilt. Es ist die erste Zulassung für diesen Impfstoff weltweit.

Die ersten Lieferungen sollen schon in wenigen Tagen im Vereinigten Königreich eintreffen, wie beide Unternehmen weiter bekannt gaben. Sie stellen London zunächst 40 Millionen Impfdosen zur Verfügung. Pfizer-Chef Albert Bourla sprach von einem "historischen Moment im Kampf gegen COVID-19". Biontech-Mitgründer Ugur Sahin erklärte, mit dem Beginn des Impfprogramms "werden wir hoffentlich eine Verringerung der Zahl der Menschen in der Hochrisikobevölkerung sehen, die im Krankenhaus stationär behandelt werden müssen". Biontech bewertete die "erste Notfallzulassung für einen COVID-19-Impfstoff" als bahnbrechenden wissenschaftlichen Meilenstein.

Die Impfdosen für das Vereinigte Königreich würden per Flugzeug oder Fähre versendet werden, sagte Biontech-Vorstandsmitglied Sean Marett. Aufgetaute Impfdosen könnten bis zu sechs Stunden bei Temperaturen von zwei bis acht Grad transportiert werden, etwa in Lieferwägen zu Pflegeheimen. Im Kühlschrank könne das Vakzin bis zu fünf Tage gelagert werden. Wie lange der Impfschutz anhält, ist noch offen offen. Diese Frage müsse noch geklärt werden, sagte Biontech-Medizinchefin Özlem Türeci. Die Pharmakonzerne wiesen darauf hin, ihr Impfstoff sei auf Basis von Daten aus einer großen klinischen Studie mit Zehntausenden Probanden zugelassen worden.

"Das ist fantastisch", twitterte der britische Regierungschef Boris Johnson nach der formellen Entscheidung der Aufsichtsbehörde MHRA. 

In der nächsten Woche geht es los

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock kündigte an, ab Beginn nächster Woche werde mit den Impfungen begonnen. Den Transport und die Lagerung des Vakzins bezeichnete er als eine Herausforderung, denn das Mittel muss bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden. Aller Voraussicht nach sollen Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie Beschäftigte im Gesundheitsbereich zu den ersten Empfängern gehören. 

Das Biontech/Pfizer-Vakzin wird derzeit als eines der vielversprechendsten Mittel zur Eindämmung des Coronavirus gesehen. Weltweit sind inzwischen fast 1,5 Millionen Menschen gestorben, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden waren.

95-prozentiger Schutz 

Der Biontech/Pfizer-Impfstoff soll einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit COVID-19 bieten. Das Vakzin funktioniere über alle Altersgruppen und andere demografische Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen, teilten die Firmen nach Abschluss letzter Analysen mit. Der Impfschutz bei Menschen, die über 65 Jahre alt sind, liege bei mehr als 94 Prozent.

Diese positiven Ergebnisse beziehen sich auf den Schutz vor einer Corona-Erkrankung. Inwiefern der Impfstoff auch vor der Infektion und einer möglichen Weitergabe des Virus schützt, ist noch nicht klar.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema will im Laufe des Monats über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden. Bis spätestens 29. Dezember soll ein Ergebnis der Prüfung vorliegen.

se/kle (dpa, afp, rtr)

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