Nordkoreanischer Machthaber Kim schickt Unterhändler in die USA | Aktuell Welt | DW | 30.05.2018
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Nordkorea

Nordkoreanischer Machthaber Kim schickt Unterhändler in die USA

Die Vorbereitungen auf den amerikanisch-nordkoreanischen Gipfel machen Fortschritte. Der hochrangige nordkoreanische Unterhändler Kim Yong Chol ist auf dem Weg nach New York, wo er Außenminister Pompeo treffen soll.

Kim Jong Un (picture-alliance/AP Photo/KCNA via KNS)

Der Machthaber Kim Jong Un (rechts) auf einer Baustelle in Nordkorea

General Kim Yong Chol, der Vizevorsitzender des Zentralkomitees der nordkoreanischen Arbeiterpartei ist, stieg in Peking in ein Flugzeug Richtung Amerika. Das meldet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Der frühere Geheimdienstchef gilt als enger Mitarbeiter von Machthaber Kim Jong Un und soll in den USA das geplante Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump vorbereiten. Der Besuch eines derart ranghohen nordkoreanischen Regierungsvertreters in den USA ist eine Seltenheit. Die Reise des Generals wurde ebenso wie die jüngsten Aktivitäten von US-Delegationen in Singapur und Korea als Beleg gewertet, wie sehr beide Seiten nach wie vor an einem Gipfel interessiert sind. 

Nordkoreanischer Unterhändler reist in die USA (Reuters/Kyodo)

Der nordkoreanische Gesandte Kim Yong Chol (rechts) auf dem Flughafen in Peking

Trumps Sprecherin Sarah Sanders hatte am Dienstag angekündigt, dass der Nordkoreaner in New York Außenminister Mike Pompeo treffen solle. Die US-Regierung bereite das Treffen trotz der jüngsten Irritationen "aktiv" vor. "Der Präsident denkt, dass die anhaltenden Diskussionen sehr gut laufen", sagte Sanders. Die Treffen zwischen Vertretern beider Seiten in dieser Woche signalisierten Fortschritte. Zu den Gipfelvorbereitungen gehört nach Angaben der Sprecherin auch, dass für den 7. Juni ein Treffen zwischen Trump und dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe im Weißen Haus anberaumt wurde.

Der Gipfel ist für den 12. Juni in Singapur geplant. Zwar hatte Trump das Treffen in der vergangenen Woche in einem Brief an Kim unter Kritik an "offener Feindseligkeit" Nordkoreas abgesagt. Da sich Pjöngjang aber dennoch weiter offen für Gespräche zeigte, änderte Trump seinen Kurs und erklärte, das Treffen sei weiter möglich. Am Dienstag lobte er auf Twitter die "solide Antwort" aus Nordkorea auf sein Schreiben. Hauptthemen sollen die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel sowie Sicherheitsgarantien und Wirtschaftshilfe für das international isolierte Nordkorea.

Lawrow schaltet sich ein

Auch Russland intensiviert seine Nordkorea-Diplomatie: Das Außenministerium in Moskau kündigte für Donnerstag einen Besuch von Ressortchef Sergej Lawrow in Pjöngjang an. Bei Lawrows Gesprächen solle es um Nordkoreas Atomprogramm und um die bilaterale Zusammenarbeit gehen. Bereits im April hatte das Außenministerium mitgeteilt, dass Lawrow eine Einladung nach Pjöngjang angenommen habe. Russland ist ein langjähriger Verbündeter der kommunistischen Führung Nordkoreas.

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Weiter Unklarheit um USA-Nordkorea-Gipfel (28.05.2018)

Moskau fordert eine nukleare Abrüstung Nordkoreas, die durch Verhandlungen, nicht durch Druck erreicht werden soll. Mit Ultimaten und der Androhung von Gewalt seien solche Probleme nicht zu lösen, sagte Lawrow zuletzt mit Blick auf die USA. "Vielleicht sind solche Methoden im Geschäftsleben wirksam. Aber zu eskalieren, um zu deeskalieren, birgt in den modernen internationalen Beziehungen ernste Risiken", sagte er bei einem Vortrag in Moskau.

Lawrow hatte Nordkorea zuletzt 2009 besucht. Russland und Nordkorea haben auf knapp 20 Kilometern eine gemeinsame Grenze. Moskau steht auch immer wieder im Verdacht, Pjöngjang beim Unterlaufen der UN-Sanktionen zu helfen. In Russland arbeiten Zehntausende Nordkoreaner als Leiharbeiter. Nach US-Regierungsangaben laufen über den russischen Hafen Nachodka verbotene nordkoreanische Kohleexporte, wie das "Wall Street Journal" kürzlich berichtete. 

kle/stu (rtr, dpa, afp, ape)

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