Nordkorea nennt Atomgespräche ″widerlich″ | Aktuell Welt | DW | 06.10.2019
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Diplomatie

Nordkorea nennt Atomgespräche "widerlich"

Die Gespräche über Pjöngjangs Atomprogramm stecken in einer Sackgasse. Das Regime von Machthaber Kim weigert sich jedenfalls, an den Verhandlungstisch zurückzukehren - und richtet harsche Worte an die USA.

Kim Jong Un auf Bildschirm in Südkorea (picture-alliance/AP Photo/A. Young-joon)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un lässt sich für Raketentests vom eigenen Volk gerne feiern

Nach den jüngsten Verhandlungen über sein Atomwaffen- und Raketenprogramm hat Nordkorea vorerst neue Gespräche mit den Vereinigten Staaten ausgeschlossen: "Wir haben nicht die Absicht, solche widerlichen Verhandlungen wie jetzt zu führen, ehe die USA keinen substanziellen Schritt machen, um ihre feindselige Politik gegen Nordkorea komplett und unumkehrbar zurückzuziehen", erklärte das Außenministerium in Pjöngjang. Die Frist für eine Verhandlungslösung laufe "Ende dieses Jahres ab", warnte ein Sprecher.

Nordkorea bekräftigte mit dem Statement indirekt die Forderung von Machthaber Kim Jong Un, vor eigenen Zugeständnissen müssten die USA zunächst die harten Sanktionen gegen sein Land lockern. Die Regierung in Washington will die Sanktionen jedoch beibehalten, solange das mit dem Atomprogramm verbundene Risiko nicht gebannt ist.

Zwei Staaten, zwei Sichtweisen

Beide Seiten hatten am Samstag in Schweden nach einer rund sieben Monate langen Pause erstmals wieder miteinander verhandelt. Doch sie zogen eine höchst unterschiedliche Bilanz der gut acht Stunden langen Gespräche in Stockholm: Der Unterhändler Pjöngjangs sprach von einem Scheitern, das US-Außenministerium hingegen von guten Verhandlungen, die in zwei Wochen fortgesetzt werden sollten.

Schweden Nordkorea-USA-Gespräche | Nordkoreanische Delegation (AFP/J. Nackstrand)

Mitglieder der nordkoreanischen Delegation am Stockholmer Flughafen

Die USA und Nordkorea könnten nicht an einem Tag "70 Jahre Krieg und Feindseligkeit auf der koreanischen Halbinsel" beseitigen, so das Ministerium in Washington. Um eine Lösung für die "gewichtigen Themen" zu finden, brauchten beide Seiten Entschlossenheit und Ausdauer.

Das kommunistische Regime warf dem Weißen Haus vor, die Verhandlungen für innenpolitische Zwecke zu nutzen. Washington verbreite die grundlose Geschichte, wonach beide Seiten offen für neue Gespräche seien. Die Zukunft des Dialogs hänge jedoch von der Haltung der USA ab, hieß es aus Pjöngjang.

wa/cgn (dpa, rtr, afp)

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