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Politik

Nordkorea droht den USA

11. April 2017

Nach der Entsendung einer US-Flugzeugträgergruppe in Richtung der koreanischen Halbinsel hat Nordkorea seinen Ton wieder verschärft und mit militärischen Schritten gedroht - "mit aller Waffengewalt".

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Nordkoreanisches Propaganda-Plakat
Nordkoreanisches Propaganda-PlakatBild: picture-alliance/CPA Media Co. Ltd

Die Erklärung aus Pjöngjang ist deutlich formuliert und lässt keinen Raum für Missverständnisse. "Das rücksichtslose Vorgehen der USA zur Invasion der Demokratischen Volksrepublik Korea hat eine ernste Phase erreicht", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. "Wir werden die härtesten Gegenmaßnahmen gegen die Provokateure ergreifen, um uns mit aller Waffengewalt zu verteidigen." Pjöngjang sei bereit, "auf jede von den USA gewünschte Art des Krieges zu reagieren". Er warnte die US-Regierung vor den "katastrophalen Konsequenzen" ihres "empörenden Vorgehens".

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht, falls China im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm nicht den Druck auf Pjöngjang erhöht. Mit dem Luftangriff in Syrien in der vergangenen Woche wollte die US-Regierung nach Einschätzung vieler Beobachter auch Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un signalisieren, dass sie vor einer militärischen Option nicht zurückschrecke.

Der Flugzeugträger USS Carl Vinson mit seinen Begleitschiffen
Der Flugzeugträger USS Carl Vinson mit seinen BegleitschiffenBild: picture-alliance /dpa/ZUMA/U.S. Navy/DOD/M. Brown

Am Wochenende entsandte Washington als Demonstration der Stärke gegenüber der kommunistischen Führung in Nordkorea eine Flugzeugträgergruppe in Richtung der Koreanischen Halbinsel. Zu der Gruppe gehören die "USS Carl Vinson", ein Kampfflugzeug-Geschwader, zwei Lenkwaffenzerstörer und ein Kreuzer. Ursprünglich sollten der Flugzeugträger und seine Begleitschiffe in Australien Halt machen. Stattdessen legte die Gruppe in Singapur ab und nahm Kurs auf den westlichen Pazifischen Ozean.Die USA halten derzeit zudem ein gemeinsames Militärmanöver mit ihrem Verbündete Südkorea ab. Pjöngjang verurteilt die Übungen und bezeichnet sie als Vorbereitung für einen Einmarsch.

Nordkoreas Staatchef Kim Jong Un (M.) mit Panzerbesatzungen auf einem Anfang April veröffentlichten Foto
Nordkoreas Staatchef Kim Jong Un (M.) mit Panzerbesatzungen auf einem Anfang April veröffentlichten FotoBild: Reuters/KCNA

Nordkorea unterhält trotz umfassender Sanktionen seit Jahren ein Atomwaffenprogramm. Seit 2006 hat das Land insgesamt fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Die Führung in Pjöngjang arbeitet auch an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten. US-Geheimdienstbeamten zufolge könnte Pjöngjang in weniger als zwei Jahren einen Atomsprengkopf entwickeln, der das US-Festland erreichen könnte.

Südkorea rechnet in den kommenden Tagen nach den Worten des amtierenden Präsidenten Hwang Kyo Ahn mit "weiteren Provokationen" des Nordens. Angesichts der bevorstehenden Tagung der Obersten Volksversammlung in Pjöngjang und des 105. Geburtstages von Staatsgründer Kim Il Sung sei ein neuer Atomtest denkbar, sagte Hwang. Nordkorea begeht solche Ereignisse oftmals mit einem Test seines Atom- und Raketenprogramms. Auch Experten glauben wegen entsprechender Satellitenaufnahmen, dass derzeit ein sechster Atomwaffentest vorbereitet werden könnte.

US-Präsident Trump (2. v. l.) erwartet von Chinas Präsident Xi (r.) mehr Druck auf Nordkore
US-Präsident Trump (2. v. l.) erwartet von Chinas Präsident Xi (r.) mehr Druck auf NordkoreaBild: Reuters/C. Barria

Nordkoreas Parlament tritt am Dienstag zu einer seiner seltenen Sitzungen zusammen. Die Volksvertretung tagt nur ein oder zwei Mal im Jahr, meist für einen Tag. Oft werden wichtige politische und wirtschaftliche Entscheidungen der Führung unter Staatschef Kim beschlossen. Zuletzt hatte das Parlament im Juni vergangenen Jahres getagt. Damals wurde Kim zum Vorsitzenden einer neuen obersten Regierungskommission ernannt, womit er seine absolute Machtposition untermauerte. International ist Nordkorea wegen seines Atom- und Raketenprogramms isoliert, die Vereinten Nationen haben mehrere Sanktionsrunden verhängt.

stu/se (afp, dpa, rtr)