Nordkorea bestätigt Test von ballistischer Rakete | Aktuell Welt | DW | 20.10.2021
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages
Anzeige

Koreanische Halbinsel

Nordkorea bestätigt Test von ballistischer Rakete

Nach Angaben der staatlichen nordkoreanischen Medien verlief der Test einer Rakete "neuen Typs" von einem U-Boot aus erfolgreich. Der UN-Sicherheitsrat reagiert alarmiert und will noch an diesem Mittwoch beraten.

Nordkorea Teststart einer neuen SLBM

Von Nordkoreas Staatsmedien verbreitete Aufnahme des Raketenstarts

Am Dienstag hatte zunächst Südkorea über einen Raketentest des kommunistischen Nachbarlandes berichtet. Das südkoreanische Militär hatte von einem "nicht identifizierten" Geschoss gesprochen und die Vermutung geäußert, es könnte sich dabei um eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete handeln.

Laut Nordkoreas staatlicher Nachrichtenagentur KCNA handelt es sich um eine Rakete "neuen Typs", die über "viele fortschrittliche Kontroll- und Steuerungstechnologien" verfüge. Das Geschoss wurde laut KCNA vom selben U-Boot aus abgefeuert wie die erste von Pjöngjang getestete U-Boot-gestützte ballistische Rakete (SLBM) vor fünf Jahren. Die Staatszeitung "Rodong Sinmun" veröffentlichte Bilder, auf denen zu sehen ist, wie eine schwarz-weiße Rakete aus ruhigen Gewässern auftaucht und eine Feuer- und Rauchsäule hinter sich herzieht. Auch ein auftauchendes U-Boot ist auf den Fotos zu sehen:

Nordkorea Teststart einer neuen SLBM

Die Bilderserie der Staatsagentur KCNA soll den Erfolg des Raketenstarts dokmentieren

Sollte Nordkorea tatsächlich in der Lage sein, ballistische Raketen von U-Booten aus abzufeuern, wäre das ein bedeutsamer Schritt bei den Rüstungsbemühungen des international isolierten Landes. Pjöngjang könnte dann Angriffe von anderen Orten als dem nordkoreanischen Festland aus starten - und wäre auch nach einem möglichen Angriff auf seine Militärstützpunkte reaktionsfähig.

Der UN-Sicherheitsrat setzte vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen für diesen Mittwoch eine nichtöffentliche Dringlichkeitssitzung an. Die Sitzung wurde von Großbritannien und den USA beantragt. Die USA, Südkorea und Japan verurteilten den jüngsten Test ausdrücklich.

Pjöngjang provoziert bereits seit Wochen

Nordkorea hat in den vergangenen Wochen mehrfach Raketen getestet und damit international Besorgnis ausgelöst. Unter anderem startete Nordkorea nach eigenen Angaben eine sogenannte Hyperschallrakete. Wegen ihrer großen Geschwindigkeit können Waffen dieser Art nur schwer abgefangen werden. Zudem feuerte Nordkorea zuletzt zwei Kurzstreckenraketen ab.

Das kommunistische Land steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.

qu/ie (dpa, afp, rtr, ap)

Die Redaktion empfiehlt