1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

YouTube startet Initiative gegen Hass und Hetze im Netz

19. September 2016

Viele User der Sozialen Medien glauben, sie könnten anonym gegen jeden und alles hetzen. Gemeinsam mit Dagi Bee, den Lochis und anderen Youtubern hat die Google-Tochter jetzt die Kampagne #NichtEgal gestartet.

https://p.dw.com/p/1K4yL
Dagi Bee im Video der Youtube-Kampagne "#NichtEgal". (Foto: Youtube/#NichtEgal)
Bild: Youtube/#NichtEgal

Wer sich im Netz äußert, egal ob per Video, Post oder Tweet, läuft Gefahr, angefeindet zu werden - mit Kommentaren oberhalb und unterhalb der Gürtellinie. Nach Angaben der Videoplattform Youtube wurden 2015 rund 92 Millionen Hasskommentare und Gesetzesverstöße aus den Internetportalen des Konzerns entfernt.

Zusammen mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ruft das Unternehmen jetzt unter dem Motto "#NichtEgal" zu Mut, Courage und Respekt auf. Die Schirmherrschaft für die Initiative hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) übernommen.

Mit an Bord sind auch 22 deutsche Youtube-Stars. In einem Video rufen sie zu mehr Engagement gegen Hassrede auf. Darunter sind die erfolgreichen Youtuber "SpaceFrogs", "Doktor Allwissend", "DagiBee", "DieLochis" oder "Bullshit TV". Alle zusammen erreichen rund zehn Millionnen Abonnenten.

Der Google-Konzern plant außerdem 200 Workshops in 40 Schulen in Deutschland. Dort sollen Schülermentoren jüngeren Mitschülern vermitteln, wie sie mit Hassaktionen im Netz umgehen und wie sie sich für Demokratie und Toleranz einsetzen könnten, so Sabine Frank, Leiterin für Verbraucher- und Jugendschutz bei Google Deutschland. Wie viel Youtube sich die Kampagne kosten lässt, behält das Unternehmen für sich.

Neben der bpb unterstützt auch die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter Berlin (FSM) die Antihass-Kampagne. Beide Institutionen haben Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte erstellt, in denen die Rolle von Demokratie, Umgang mit "Hate Speech" und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit behandelt werden. Die Materialien stehen kostenlos zum Download bereit.

In den ersten Wochen will YouTube das Video mit dem Aufruf zur Beteiligung an der Kampagne häufiger auf der deutschen Startseite zeigen, hieß es. Schwesig fügte hinzu, "gegen den Hass im Netz brauchen wir eine Kultur gemeinsamer Verantwortung". Engagement und Gegenrede gegen Hass und Ausgrenzung müssten im Netz gestärkt werden.

cp / bb (epd, dpa)