News kompakt: Wadephul sucht Abstimmung mit den USA
29. Juni 2026
Bundesaußenminister Johann Wadephul ist an diesem Montag zu einer Reise in die USA aufgebrochen. In Washington wird der deutsche Außenminister mit seinem US-Kollegen Marco Rubio zusammentreffen. Ein Thema der Beratungen sei die Lage im Nahen Osten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.
Es werde auch um die weitere Unterstützung für die Ukraine und um die Vorbereitung des NATO-Gipfels in Ankara Anfang Juli gehen. Am Dienstag fliegt Wadephul weiter nach Paraguay, wo er in der Hauptstadt Asunción am Gipfel der Mercosur-Staaten teilnimmt. Weitere Stationen sind Argentinien und Brasilien. Neben den aktuellen Kriegen und Krisen mit weltweiten Konsequenzen sind bei den Gesprächen Wirtschaftsthemen wie die Umsetzung des Mercosur-Handelsabkommens auf der Tagesordnung. Wadephul wird bis zum 3. Juli unterwegs sein.
WHO-Chef sieht Europa vom Klimawandel besonders betroffen
Nach einem glühend heißen Wochenende und einem Temperaturrekord in Deutschland von 41,7 Grad im Osten Brandenburgs ist Abkühlung in Sicht - allerdings begleitet von teils schweren Gewittern. Die Weltgesundheitsorganisation WHO macht die hohen Temperaturen in ganz Europa mitverantwortlich für viele Todesfälle.
Seit dem 21. Juni seien in Europa mehr als 1300 zusätzliche Todesfälle verzeichnet worden, die im Zusammenhang mit den hohen Temperaturen stünden, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Europa sei der sich am schnellsten erwärmende Kontinent der Erde - die Erwärmung durch den Klimawandel verlaufe doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt.
Putin lehnt Vorschlag aus Kyjiw ab
Die Ukraine ist nach Angaben der Regierung in Kyjiw bereit, auf Langstreckenangriffe zu verzichten, wenn sich damit auch Russland einverstanden erklärt. Der russische Präsident Wladimir Putin lehnte einen entsprechenden Vorschlag jedoch ab. Russland werde an seinem Ziel festhalten, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen und halte auch an Angriffen mit Langstreckenwaffen fest, sagte Putin.
Die Ukraine hatte zuletzt ihre Drohnenangriffe auf die russische Ölindustrie verstärkt. Putin räumte ein, dass es in Russland deshalb Treibstoffengpässe gebe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Putin kürzlich ein persönliches Treffen vorgeschlagen, was dieser jedoch ablehnte. In dem seit mehr als vier Jahre andauernden Angriffskrieg überzieht Russland das Nachbarland nahezu täglich mit Luftangriffen.
US-Soldaten helfen bei Öffnung des Airports in Venezuela
Nach dem Erdbeben in Venezuela sind rund 100 US-Soldaten im Einsatz, um den Verkehr am Flughafen von Caracas und am Seehafen von La Guaira wieder in Gang zu bringen. Die Zahl der Todesopfer des Doppel-Erdbebens vom 24. Juni bezifferte die venezolanische Regierung zuletzt mit 1450, tausende wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Mehr als 50.000 Menschen werden nach UN-Angaben noch vermisst.
Anfang Januar hatte das US-Militär die Hauptstadt Caracas angegriffen und den linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen. Er wurde nach New York gebracht, wo ihm wegen "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Seither leitet die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als Übergangspräsidentin die Geschicke des südamerikanischen Landes.
Afghanistan beklagt neue Angriffe aus Pakistan
Die Atommacht Pakistan hat erneut Ziele im Nachbarland Afghanistan angegriffen. Sicherheitskräfte hätten entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze einen Bodeneinsatz durchgeführt, schrieb Informationsminister Ataullah Tarar auf der Plattform X. Ziel seien Verstecke und Rückzugsgebiete unter anderem der pakistanischen Taliban (TTP) gewesen.
Afghanistan verurteilte die Angriffe. Es seien zahlreiche Zivilisten getötet und verwundet worden. Seit Herbst kommt es immer wieder zu gegenseitigen Angriffen der beiden Nachbarländer. Islamabad wirft Kabul vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Angriffe verüben. Kabul bestreitet das.
China baut wirtschaftliche Drohkulisse gegenüber Japan aus
Im Streit mit Japan hat Chinaweitere japanische Firmen und Forschungseinrichtungen mit Exportbeschränkungen belegt. Betroffen von den Maßnahmen sind 20 japanische Unternehmen. Als Grund für die Sanktionen nannte das Handelsministerium in Peking eine Verwicklung der Firmen in Aktivitäten des japanischen Militärs.
China erhöht damit den Druck auf Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi. Auslöser für den Streit zwischen beiden Ländern waren Takaichis Aussagen zu Taiwan, das China unter seine Kontrolle bringen will. Im November hatte sie gesagt, ein Angriff Chinas auf Taiwan würde eine "existenzbedrohende Situation" für Japan darstellen, was zu einer militärischen Reaktion führen könne. Peking forderte Takaichi auf, ihre Aussagen zurückzunehmen, was sie bisher nicht tat.
haz/as/wa (dpa, afp, rtr)
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