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PolitikGlobal

News kompakt: Starmer verliert Rückhalt seiner Labour-Partei

12. Mai 2026

Die kräftige Wahlschlappe vergangene Woche könnte dem britischen Regierungschef das Amt kosten. Im Ukraine-Krieg ist die befristete Waffenruhe ausgelaufen. Der DW-Nachrichtenüberblick.

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Großbritannien London 2026 | Premierminister Keir Starmer hält Rede im Coin Street Neighbourhood Centre
Muss um seinen Posten als Premier kämpfen: Keir StarmerBild: James Manning/empics/picture alliance

Nach dem Debakel seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen in Großbritannien gerät Premierminister Keir Starmer zunehmend unter Druck. Vor einer Kabinettssitzung an diesem Dienstag positionierten sich Dutzende Labour-Abgeordnete öffentlich gegen den Regierungschef und forderten seinen Rücktritt. Auch Außenministerin Yvette Cooper und Innenministerin Shabana Mahmood sollen Starmer aufgerufen haben, für einen geordneten Machtwechsel zu sorgen. Sein eindringlicher Appell an Partei und Wähler, ihm eine weitere Chance zu geben, fand offenbar kein Gehör.

Bei den Wahlen am vergangenen Donnerstag in England, Schottland und Wales hatte Labour Hunderte Sitze verloren. Davon profitierten vor allem die rechtspopulistische Partei Reform UK und die Grünen. Als mögliche Kandidaten für Starmers Nachfolge werden in britischen Medien bereits die frühere Vize-Regierungschefin Angela Rayner und Gesundheitsminister Wes Streeting gehandelt.

Russland startet neue Drohnenangriffe auf die Ukraine

Wenige Stunden nach dem Ende einer befristeten Waffenruhe hat Russland die Ukraine erneut massiv angegriffen. Die ukrainische Armee meldete Attacken mit zahlreichen Drohnen auf die Hauptstadt Kyjiw und andere Orte.

Ukraine Kyjiw 2026 | Explosion am Himmel bei russischem Drohnenangriff
Nächtlicher Abschuss einer russischen Drohne über KyjiwBild: Gleb Garanich/REUTERS

Die auf Initiative von US-Präsident Donald Trump vereinbarte Feuerpause war in der Nacht zum Dienstag ausgelaufen. Die Kriegsparteien hatten zuvor drei Tage lang weitgehend auf Luftangriffe verzichtet. Anlass waren die Feierlichkeiten in Russland zum Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Kremlchef Wladimir Putin wollte eine störungsfreie Militärparade in Moskau gewährleisten, die ukrainische Seite wollte vor diesem Hintergrund eine längere Waffenruhe durchsetzen.

Weltstrafgericht geht gegen philippinischen Ex-Polizeichef vor

Der frühere Polizeichef der Philippinen, Ronald Dela Rosa, soll vor den Internationalen Strafgerichtshof gebracht werden. Das Gericht in Den Haag veröffentlichte einen Haftbefehl gegen den 64-Jährigen, der schon im November erlassen, bisher jedoch vertraulich behandelt worden war. Dela Rosa würden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, teilte der Strafgerichtshof mit.

Philippinen Manila 2026 | Ex-Polizeichef Ronald Dela Rosa
War als philippinischer Polizeichef gefürchtet: Ronald Dela RosaBild: Angie de Silva/AP Photo/dpa/picture alliance

In Den Haag sitzt bereits der ehemalige philippinische Staatspräsident Rodrigo Duterte im Gefängnis. Der Prozess gegen ihn wird derzeit vorbereitet. Während Dutertes Amtszeit von 2016 bis 2022 herrschte auf den Philippinen ein erbarmungsloser "Kampf gegen Drogen", den Dela Rosa maßgeblich unterstützte. Todesschwadronen töteten nach Erkenntnissen von Menschenrechtsorganisationen nicht nur tausende Dealer und Drogenproduzenten, sondern auch viele Konsumenten. Duterte weist die Anschuldigungen zurück.

Kreuzfahrtschiff-Evakuierung auf Teneriffa abgeschlossen

Die Evakuierung des von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs "Hondius" ist abgeschlossen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ging eine letzte Gruppe von Menschen in einem Hafen der Kanareninsel Teneriffa von Bord. Vom Flughafen Teneriffa Süd aus ging es anschließend mit Sondermaschinen nach Eindhoven in den Niederlanden. Mittlerweile machte sich das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff auf den Weg nach Rotterdam, wo es Ende dieser Woche erwartet wird und dann gründlich desinfiziert werden soll.

Niederlande Eindhoven 2026 | "Hondius"-Passagiere auf dem Luftwaffenstützpunkt
Flugzeuge brachten "Hondius"-Passagiere zum Luftwaffenstützpunkt EindhovenBild: Rob Engelaar/ANP/picture alliance

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin teilte mit, die vier bereits am Sonntag ausgeflogenen Passagiere aus Deutschland seien "vollständig ohne Symptome". Vermutlich müssten sie an ihren Wohnorten in häusliche Quarantäne. Durch den Hantavirus-Ausbruch starben drei Passagiere der "Hondius", darunter eine Deutsche. Der Erreger, gegen den es keine Impfung gibt, wird normalerweise von Nagetieren übertragen.

Griechenland möchte den Massentourismus eindämmen

Angesichts steigender Urlauberzahlen will Griechenland den Massentourismus in beliebten Ferienregionen begrenzen. Ziel sei ein nachhaltigeres Modell mit weniger Belastung für Umwelt, Strände und Infrastruktur, erklärte Tourismusministerin Olga Kefalogianni. Vor allem Inseln wie Santorini oder Mykonos gelten in der Hochsaison vielerorts als überfüllt. Bewohner klagen seit Jahren über Verkehrschaos, Wassermangel, steigende Mieten und eine überlastete Infrastruktur.

Griechenland Mykonos 2025 | Kreuzfahrtschiff Voyager of the Seas in der Hafenbucht
Ein Kreuzfahrtschiff in der Hafenbucht von Mykonos (2025)Bild: Rupert Oberhäuser/picture alliance

Zu den geplanten Gegenmaßnahmen zählen unter anderem strengere Auflagen beim Bau neuer Hotels. Direkt am Meer sollen grundsätzlich keine neuen Gebäude mehr entstehen dürfen. Die neuen Regeln sollen Ende Juni in Kraft treten. Nach offiziellen Angaben kamen im vergangenen Jahr fast 38 Millionen Touristen nach Griechenland - so viele wie noch nie zuvor.

Weitere Länder verzichten auf Übertragung des ESC

Wegen der Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest (ESC) weiten Spanien, Irland und Slowenien ihren Boykott des Musikwettbewerbs aus. Die öffentlichen Rundfunkanstalten der drei EU-Länder teilten mit, dass sie den diesjährigen ESC in Wien nicht übertragen werden. Dessen 70. Ausgabe beginnt an diesem Dienstag mit dem ersten Halbfinale, das zweite Halbfinale folgt am Donnerstag. Das Finale findet schließlich am Samstag statt.

Eurovision Song Contest 2026 | Sarah Engels bei der Eröffnungszeremonie in Wien
Geht für Deutschland ins ESC-Rennen: Sarah EngelsBild: Martin Meissner/AP Photo/dpa/picture alliance

Auch die Niederlande und Island boykottieren die Großveranstaltung in Österreichs Hauptstadt. Damit nehmen mit 35 Beiträgen so wenige Länder am ESC teil wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Zahlreiche Künstler und Bands riefen ebenfalls zum Boykott auf. Begründet wurde dies mit Israels Vorgehen im Gazastreifen nach dem Überfall der radikalislamischen Hamas am 7. Oktober 2023. Rund um den Wettbewerb sind sowohl pro-palästinensische als auch pro-israelische Demonstrationen in Wien geplant.

wa/as/pgr (dpa, afp, rtr, kna)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.