News kompakt: Lufthansa-Streik sorgt für zahlreiche Ausfälle
14. April 2026
Passagiere der Lufthansa müssen auch an diesem Dienstag mit zahlreichen gestrichenen Flügen und Verspätungen rechnen. Die Vereinigung Cockpit setzt ihren am Montag begonnenen Streik der Pilotinnen und Piloten fort. Betroffen sind laut Gewerkschaft weiterhin die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline. Deutschlands größte Fluggesellschaft musste abermals Hunderte Starts und Landungen absagen.
Für Mittwoch und Donnerstag rief zudem die Kabinengewerkschaft UFO die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline zum Streik auf. Zwischen den Tarifparteien sind die Fronten verhärtet. Am Mittwoch will UFO während des Festakts zum 100. Jahrestag der Firmengründung - zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet wird - bei der Konzernzentrale in Frankfurt am Main eine Kundgebung abhalten. Die Pilotengewerkschaft hat zur Teilnahme daran aufgerufen.
Kanzler Merz fordert ein Ende der Kämpfe im Südlibanon
Bundeskanzler Friedrich Merz hat kurz vor dem geplanten Treffen zwischen Vertretern Israels und des Libanons mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu telefoniert. Der Bundeskanzler habe Netanjahu zur Aufnahme direkter Friedensgespräche mit der libanesischen Regierung ermutigt, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin mit. Merz habe sich auch dafür ausgesprochen, die Kampfhandlungen im Süden des Libanons zu beenden. Zudem müsse die Hisbollah die Waffen niederlegen. Die vom Iran finanzierte Miliz wird von vielen Staaten als Terrororganisation gelistet.
Nach Beginn des Iran-Kriegs startete die Hisbollah vom Südlibanon aus massive Angriffe auf Israel. Die israelische Armee reagierte mit Gegenschlägen und schickte Truppen über die Grenze in das nördliche Nachbarland.
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul telefonierte derweil mit seinem libanesischen Amtskollegen Jussef Radschi. Erstmals seit mehr als 40 Jahren wollen der Libanon und Israel an diesem Dienstag direkte Gespräche auf politischer Ebene führen. Im Außenministerium in Washington kommen die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, und der israelische Botschafter Jechiel Leiter zusammen.
Guterres verlangt freie Schifffahrt durch Straße von Hormus
UN-Generalsekretär António Guterres hat alle Beteiligten im Iran-Krieg dazu aufgerufen, eine freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus am Persischen Golf zu gewährleisten. Im Einklang mit dem Völkerrecht müsse "die Freiheit der Schifffahrt" auch hier respektiert werden, erklärte Guterres laut seinem Sprecher Stéphane Dujarric. Der UN-Generalsekretär wies darauf hin, Störungen im Seehandel durch diese Wasserstraße hätten bereits zu einer wirtschaftlichen Instabilität sowie zu Unsicherheiten in vielen Sektoren weltweit geführt.
Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar hatten die iranischen Revolutionsgarden die Straße von Hormus weitgehend abgeriegelt. Am Montagnachmittag begann die US-Marine nach eigenen Angaben mit einer Seeblockade in der Region. Sie gilt für alle Schiffe, die einen iranischen Hafen ansteuern oder verlassen wollen.
Experten kritisieren Regierungsbeschlüsse zu hohen Energiekosten
Wirtschaftsexperten in Deutschland sehen die Beschlüsse zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher von den hohen Energiekosten vielfach skeptisch. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, sagte der Zeitung "Rheinische Post", die Maßnahmen griffen zu kurz. Sie seien in Teilen sogar kontraproduktiv. Nach dem Willen der Regierung aus konservativer Union und Sozialdemokraten soll die Mineralölsteuer auf Diesel und Benzin um jeweils 17 Cent pro Liter gesenkt werden, begrenzt auf zwei Monate. Beschäftigte sollen zudem eine steuerfreie 1000-Euro-Prämie von ihren Arbeitgebern bekommen können. Zur Gegenfinanzierung soll die Tabaksteuer schon im Jahr 2026 erhöht werden.
Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA, Steffen Kampeter, sagte, angesichts der Wirtschaftslage sei es unrealistisch, davon auszugehen, dass alle Unternehmen die Prämie zahlen könnten. Die Gewerkschaft Verdi nannte die Prämie eine "völlig verfehlte Konstruktion". Umweltverbände kritisierten die Beschlüsse als sozial- und klimapolitisch verfehlt.
EU beschließt strengere Regeln für Stahlimporte
Zum Schutz der europäischen Stahlindustrie verschärft die EU ihre Einfuhrregelungen. Vertreter der 27 Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments einigten sich in der Nacht zum Dienstag darauf, dass deutlich weniger Stahl als bisher zollfrei in die EU importiert werden darf. Künftig ist die zollfreie Einfuhrmenge auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr begrenzt. Das sind etwa 47 Prozent weniger als bisher. Weitere Importe sollen laut einer Mitteilung der EU-Staaten dann mit einem Strafzoll von 50 Prozent belegt werden, doppelt so viel wie bisher.
Besonders aus China, Indien und der Türkei exportierter günstiger Stahl macht den Herstellern in der Europäischen Union zu schaffen. Die neuen Regeln schützten den europäischen Markt vor globaler Überproduktion, heißt es in der Mittelung weiter. Damit die neuen Beschlüsse in Kraft treten können, müssen die Mitgliedstaaten und die nationalen Parlamente noch zustimmen. Das gilt jedoch als Formsache.
Deutschland richtet Konferenz zum Krieg im Sudan aus
Drei Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs im Sudan will die Bundesregierung als Gastgeberin einer internationalen Konferenz Bewegung in die Lage bringen. Die Veranstaltung soll am Mittwoch in Berlin stattfinden. Ziel sei es, "die Friedensbemühungen weiter voranzubringen", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts.
Im Sudan, dem flächenmäßig drittgrößten Staat Afrikas, liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel-Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen erbitterten Machtkampf. Zehntausende Menschen wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bislang getötet. Etwa 11,6 Millionen Bewohner sind Flüchtlinge im eigenen Land. Rund 4,5 Millionen Menschen flohen in Nachbarstaaten. Der Konflikt gilt als eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit.
se/jj (dpa, rtr, afp, ap, kna, epd)
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