News kompakt: Großdemo für Präsident Pavel in Tschechien
2. Februar 2026
In Tschechien sind Zehntausende Menschen auf die Straße gegangen, um sich hinter den pro-westlichen Präsidenten Petr Pavel zu stellen. Sie folgten einem Aufruf der Initiative "Millionen Augenblicke für Demokratie" und versammelten sich am Sonntag im Zentrum der Hauptstadt Prag. Die Veranstalter sprachen von 80.000 bis 90.000 Teilnehmern.
Hintergrund ist ein eskalierender Konflikt zwischen Pavel und der Regierung unter dem Milliardär und Rechtspopulisten Andrej Babiš. Seit Dezember 2025 führt Ministerpräsident Babiš eine EU-skeptische Koalition aus seiner Partei ANO, der rechtsgerichteten Autofahrerpartei und der ultrarechten Partei Freiheit und direkte Demokratie. Babiš und Präsident Pavel streiten sich unter anderem wegen der Unterstützung der von Russland angegriffenen Ukraine. Zudem weigert sich Pavel, einen von Babiš nominierten umstrittenen Kandidaten von der Autofahrerpartei zum Umweltminister zu ernennen. Er erhielt deshalb Drohschreiben des Außenministers, die er veröffentlichte.
Verdi ruft zu Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr auf
Wegen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi kommt es an diesem Montag in Deutschland zu massiven Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Busse, Straßen- und U-Bahnen bleiben bei vielen kommunalen Verkehrsunternehmen infolge des Arbeitskampfs in den Depots. Betroffen sind alle Bundesländer mit Ausnahme von Niedersachsen, wie Verdi mitteilte. Dort gilt noch die Friedenspflicht.
Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft den Druck in den Tarifverhandlungen erhöhen. Verdi fordert insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen - etwa durch eine kürzere Wochenarbeitszeit, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. Die Deutsche Bahn sowie die S-Bahnen in den Großstädten sind nicht von dem Warnstreik betroffen.
Deutschland und Singapur wollen Partnerschaft vertiefen
Zum Auftakt seiner Reise nach Südostasien und in die Pazifikregion macht Deutschlands Außenminister Johann Wadephul in Singapur Station. Dort vereinbarte er mit seinem Kollegen Vivian Balakrishnan, dass beide Seiten ihren gemeinsamen Einsatz für eine auf Regeln basierende internationale Zusammenarbeit verstärken. "Wir erleben aktuell geopolitische Verschiebungen und Unsicherheiten", sagte Wadephul mit Blick auf die Machtpolitik von US-Präsident Donald Trump. Internationale Kooperationen und multilaterale Institutionen würden infrage gestellt.
Singapurs Außenminister Balakrishnan regte ein mögliches Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und der ASEAN-Gruppe an. Die Wirtschaftsmetropole Singapur gilt als führender Finanz-, Technologie- und Logistikknotenpunkt in der Region. Rund 10.000 europäische Unternehmen sind dort tätig, darunter mehr als 2000 aus Deutschland.
Trauer um ehemalige Bundestagspräsidentin Süssmuth
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die verstorbene ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth als "großartige Frau und eine leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie" gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben an die Tochter der Verstorbenen heißt es: "Rita Süssmuth ist stets vorweg gegangen, war Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild, insbesondere auch für viele Frauen." Der Bundespräsident erinnerte zudem an ihre Rolle im Kampf gegen Aids.
Süssmuth starb am Sonntag im Alter von 88 Jahren. Die CDU-Politikerin gehörte dem Deutschen Bundestag von 1987 bis 2002 an und war von 1988 bis 1998 dessen Präsidentin. Von 1985 bis 1988 war sie Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit.
Bad Bunny gewinnt Grammy für "Album des Jahres"
In Los Angeles sind bei einer feierlichen Gala die Grammy Awards verliehen worden. Sie gelten als wichtigster Musikpreis der Welt. Der US-Rapper Bad Bunny gewann mit "DeBÍ TiRAR MáS FOToS" den Grammy für das "Beste Album". Damit wurde erstmals ein Album ausgezeichnet, dessen Songtexte komplett auf Spanisch sind. Dabei mischt der aus Puerto Rico stammende Sänger moderne Beats mit traditionellen Musikstilen aus seiner Heimat. Der 31-Jährige, der bei den Grammys mehrfach ausgezeichnet wurde, verband seine Dankesrede - wie auch andere Prominente - mit Kritik an der US-Einwanderungsbehörde ICE. Bad Bunny tritt am kommenden Wochenende auch bei der Halbzeitshow des Super Bowl auf.
Preise erhielten auch die US-Musikerinnen Billie Eilish und Lady Gaga sowie der US-Rapper Kendrick Lamar. Über einen Grammy freuen kann sich auch erstmals der US-Regisseur Steven Spielberg. Der 79-Jährige wurde als Produzent für den "Besten Musikfilm" für seinen Dokumentarfilm "Music by John Williams" geehrt.
Deutsche Handballer verlieren EM-Finale
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat ihren dritten Titelgewinn bei einer Europameisterschaft verpasst. Die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason verlor das Finale gegen Topfavorit Dänemark mit 27:34. Vor 15.000 Zuschauern im dänischen Herning reichten eine starke Leistung von Torwart Andreas Wolff sowie jeweils fünf Tore von Deutschlands erfolgreichsten Werfern Johannes Golla, Juri Knorr und Marko Grgic nicht aus, um sich den Traum von Gold zu erfüllen.
Das deutsche Handball-Team darf sich über Silber freuen.
se/pg (dpa, afp, rtr, ap, kna, epd, sid)
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