News kompakt: Festnahmen in der Türkei vor NATO-Gipfel
6. Juli 2026
Wenige Tage vor Beginn des NATO-Gipfels in der Türkei haben die Behörden Razzien in mehreren Provinzen veranlasst. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, die Polizei habe 39 Menschen festgenommen. Laut Medienberichten sind unter ihnen Journalisten, Wissenschaftler und Mitglieder linker Gruppierungen. Die Behörden bezeichneten die Razzien als Teil von Ermittlungen zur Terrorismusbekämpfung.
Kritiker erklärten dagegen, das Vorgehen ziele darauf ab, Proteste zu verhindern. Der NATO-Gipfel findet am Dienstag und Mittwoch in der türkischen Hauptstadt Ankara statt. Die Regierung unter Staatschef Recep Tayyip Erdoğan ließ im Vorfeld die Sicherheitsmaßnahmen erheblich verstärken.
Mehrere Tote bei russischem Angriff auf Kyjiw
Bei einem russischen Raketenangriff auf Kyjiw sind am frühen Montagmorgen nach Behördenangaben mindestens zehn Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden. Laut der städtischen Militärverwaltung trafen Raketen und Drohnen Wohnhäuser und weitere Gebäude. Augenzeugen berichteten von mehreren Explosionen in und um die ukrainische Hauptstadt.
Im historischen Stadtteil Podil wurden vier Gebäude getroffen. In einem teilweise eingestürzten Wohnhaus waren Bewohner zunächst eingeschlossen. Rettungskräfte evakuierten nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko 15 Menschen. Aus dem Gebäude wurden laut Militärverwaltung zudem zwei Leichen geborgen.
US-Präsident Trump mischte sich wohl in sportliche WM-Entscheidungen ein
Nach der Roten Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun bei der Fußball-WM hat sich US-Präsident Donald Trump informierten Kreisen zufolge persönlich bei FIFA-Präsident Gianni Infantino für eine Aufhebung der Sperre eingesetzt. Die FIFA gab dem Antrag am Sonntag statt. Damit steht Balogun, mit bislang drei Treffern bester Torschütze der USA, im Achtelfinale gegen Belgien in der Nacht zum Dienstag zur Verfügung.
Trump habe Infantino nach dem Platzverweis am Mittwoch angerufen und um eine Überprüfung gebeten, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus zwei mit dem Fall vertrauten Quellen. Der belgische Fußballverband reagierte "erstaunt" und sieht die Entscheidung im "direkten Widerspruch" zu den FIFA-Regularien. Man prüfe "alle möglichen Optionen".
AfD betont zum Ende des Parteitags nochmals Machtanspruch
Zum Abschluss des Bundesparteitags der Alternative für Deutschland (AfD) hat ihre Führungsspitze abermals deutlich gemacht, dass die Partei Regierungsverantwortung übernehmen wolle. Die wiedergewählten Vorsitzenden der in Teilen rechtsextremen AfD, Alice Weidel und Tino Chrupalla, traten noch einmal vor die Delegierten in Erfurt.
Chrupalla sagte, die AfD müsse sich nun auf die anstehenden Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin konzentrieren. Ziel müsse es sein, "auch im Bund 2029" die Regierung zu übernehmen. Begleitet wurde der zweitägige Parteitag in der Landeshauptstadt Thüringens von massiven Protesten, die weitgehend friedlich verliefen.
Länder der OPEC+ erhöhen nochmals Ölfördermenge
Ab August wollen die sieben wichtigsten Mitgliedstaaten der OPEC+ ihre Ölproduktion abermals ausweiten. Saudi-Arabien, Russland und fünf weitere Staaten der Organisation erdölexportierender Länder plus Partner beschlossen am Sonntag, die Produktion um 188.000 Barrel pro Tag zu steigern. Ein Barrel Rohöl sind 159 Liter. Die OPEC+ verwies zur Begründung auf positive Signale für die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus am Persischen Golf. Schon vor einem Monat war die Förderquote um die gleiche Menge für den Juli angehoben worden.
Iran hatte die für den weltweiten Transport von Rohöl und Flüssiggas bedeutende Wasserstraße nach Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar de facto gesperrt. Mitte Juni schlossen die USA und Iran ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges, das auch eine Öffnung der Meerenge vorsah.
Supertaifun "Bavi" trifft auf Marianen
Ein Supertaifun der höchsten Kategorie hat die Pazifikinsel Rota mit voller Wucht getroffen. Das Auge von "Bavi" zog am frühen Morgen (Ortszeit) direkt über die Insel hinweg, die zu den Nördlichen Marianen in Mikronesien gehört. Die Marianen sind ein US-Außengebiet. Der US-Wetterdienst warnte vor einer "extrem gefährlichen und lebensbedrohlichen Situation". Die Behörde meldete "großflächig zerstörerische Winde" mit Geschwindigkeiten von mehr als 240 Kilometern pro Stunde.
Nach Angaben der Einsatzleitung auf der rund 50 Kilometer entfernten Insel Guam zieht der Sturm mit etwa 15 Kilometern pro Stunde weiter in westnordwestliche Richtung. Die Behörden rechnen mit schweren Gebäudeschäden, umgestürzten Bäumen und großflächigen Stromausfällen. Viele Menschen in der Region leben in einfachen Häusern aus Holz und Wellblech.
pgr/se/gri (dpa, afp, rtr, sid, ap, kna)
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