Neues Kreuzfahrtschiff erreicht die Nordsee | DW Reise | DW | 10.10.2018
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Reise

Neues Kreuzfahrtschiff erreicht die Nordsee

Das Kreuzfahrtschiff "AIDAnova" der Papenburger Meyer Werft hat auf der schmalen Ems schließlich im Rückwärtsgang die Nordsee erreicht. Es soll das erste Kreuzfahrtschiff sein, das mit Flüssiggas betrieben wird.

Am Dienstagmittag passierte der 337 Meter lange und 42 Meter breite Ozeanriese die letzte Engstelle bei Gandersum. Zahlreiche Schaulustige verfolgten am Emssperrwerk die Durchfahrt des Schiffes. In Emden wurde es gedreht, nachdem es zuvor wegen der besseren Manövrierbarkeit rückwärts gefahren war. 2626 Kabinen für die Passagiere gibt es auf dem Schiff mit einer Vermessung von 184.000 BRZ. 

Für die Überführung hatte die zuständige Behörde in Niedersachsen  (NLWKN) rund 49 Stunden zuvor die sieben Tore des Emssperrwerks geschlossen, um für den erforderlichen Wasserstand zu sorgen.

Am Mittwochmorgen wird der Kreuzfahrtriese dann im niederländischen Eemshaven zum ersten Mal mit Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, kurz LNG) betankt. Denn als erstes Kreuzfahrtschiff der Welt kann die "AIDAnova" komplett mit LNG fahren. Von Eemshaven aus wird das Schiff zu seiner ersten Probefahrt ablegen. Die Jungfernfahrt startet dann am 2. Dezember in Hamburg. Erstmals werden auch Einzelkabinen für Alleinreisende angeboten, wie die Werft mitteilte.

Überführung AIDAnova (pictrue-alliance/dpa/M. Assanimoghaddam)

Das Kreuzfahrtschiff AIDAnova hat 20 Decks

Bei derartigen Schiffsüberführungen laufen die Internetserver des Norddeutschen Rundfunks (NDR) heiß: "Unseren Livestream im Netz schauen dann wieder mehrere zehntausend Zuschauer", erzählt Steffen Gurr, Redaktionsleiter NDR online Niedersachsen. "Enthusiasten aus der ganzen Welt klicken unsere Live-Übertragung an." Mit mehreren Kameras und einer Drohne sendet die NDR-Online-Redaktion über den Tag verteilt an vier verschiedenen Stationen live im Netz.

Ems-Überführung des Kreuzfahrtschiffes AIDAnova (pictrue-alliance/dpa/M. Assanimoghaddam)

Die AIDAnova ist weltweit das erste Kreuzfahrtschiff mit LNG-Antrieb

Über das Spektakel einer Emsüberführung können sich nicht alle so freuen wie die Schiff-Fans. Vor allem wegen des Ausbaggerns der Ems fordert die Bürgerinitiative (BI) "Rettet die Ems" schon seit Langem, Kreuzfahrtschiffe vom Fluss zu verbannen. Damit diese mit ihrem großen Tiefgang die Ems befahren können, muss der Fluss vor jeder Überführung tiefer als für den üblichen Schiffsverkehr ausgebaggert und zudem aufgestaut werden. Das verschärft das Schlick-Problem in der Ems. Die Werft müsse ihren Standort an die Küste verlagern, so eine Forderung - doch dass das passiert, ist unwahrscheinlich. Eine Standortverlagerung sei mehrfach geprüft, aber aus mehreren Gründen verworfen worden, heißt es von der Meyer Werft.

is/ch (ndr, dpa)
 

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