Neues Coronavirus auch in den USA | Aktuell Welt | DW | 21.01.2020
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Infektionskrankheit

Neues Coronavirus auch in den USA

In den USA ist erstmals ein Fall der Lungenkrankheit nachgewiesen worden, an der in China bereits Hunderte Menschen erkrankt sind. Die Behörden in Peking haben nun neue Zahlen bekannt gegeben. Neun Tote sind bestätigt.

Scanner zur Fiebererkennung (Reuters/P. Mikheyev)

Scanner zur Fiebererkennung im Einsatz

Die US-Gesundheits- und Seuchenbehörde CDC teilte mit, ein Reisender in Seattle habe bei der Rückkehr aus der chinesischen Provinz Wuhan noch keinerlei Symptome bemerkt, sich dann aber in Seattle im Bundesstaat Washington zur Untersuchung in ein Krankenhaus begeben. Dort sei die Ansteckung mit dem neuen Coronavirus mit einem neuen Test bestätigt worden. Der Patient sei in guter Verfassung. Es würden weitere Fälle in den USA erwartet. Die CDC kündigte eine Ausweitung der Gesundheitskontrollen an, auch auf Flughäfen in der Osthälfte der USA.

USA Erster Corona-Fall in Seattle (AP)

Im Medical Center Everett nördlich von Seattle wird der China-Rückkehrer behandelt

Virus schon in andere Länder verschleppt

Die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Metropole Wuhan meldete weitere Tote durch das neue Virus. Insgesamt sind nun neun Todesfälle offiziell bestätigt, zumeist betrafen sie ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Nach neuen Angaben aus Peking stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus seit Beginn des Ausbruchs im Dezember auf jetzt 440. Der Erreger passe sich an und mutiere, was für die Gesundheitsbehörden den Kampf gegen die Ausbreitung erschwere, sagte ein Beamter. Wie das Staatsfernsehen berichtete, wurde das Virus in bislang 14 chinesischen Provinzen nachgewiesen. Nachweise gibt es zudem in Taiwan, Thailand, Japan und Südkorea - in allen Fällen erkrankten Menschen, die zuvor in Wuhan waren.

China Krankheit l Mehrere Patienten mit dem Coronavirus infiziert (Getty Images)

Einlieferung eines Corona-Patienten in einem Krankenhaus in Wuhan

Ausbreitung langsamer als bei früheren Coronaviren

Das Robert-Koch-Institut (RKI), die zentrale Behörde für Infektionskrankheiten in Deutschland, erklärte, die Gefahr für Deutschland sei sehr gering. Es gebe keine Belege dafür, dass sich das Virus wie bei einer Grippe auf einfachem Wege übertrage. Vielmehr komme es nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen dazu. Zwar könne es einzelne Fälle geben, auch mit Übertragungen von Mensch zu Mensch. Sie seien nach derzeitigem Stand aber unwahrscheinlich, so RKI-Vizepräsident Laars Schaade.

 Auch das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Gefahr als gering ein. "Trotzdem beobachten wir die Situation in China natürlich aufmerksam und stehen dazu in ständigem Austausch mit unseren internationalen Partnern", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Seuchenexperten hatten zuvor erklärt, dass vereinzelte Auftreten der neuen Lungenkrankheit auch in Europa werde immer wahrscheinlicher.

Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Ausbreitung des Virus. In der zweiwöchigen Ferienzeit rund um das Fest sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs, viele Familien unternehmen zudem gemeinsame Reisen ins Ausland. Beliebt sind dabei neben Zielen in Südostasien auch Reisen nach Europa oder in die USA.

BG China Reisewelle Neujahrsfest Coronavirus (Reuters/J. Lee)

Reisende in Peking

Nicht nur an US-Flughäfen, sondern auch in Australien und vielen asiatischen Nachbarstaaten von China gibt es inzwischen Fieberkontrollen bei der Einreise aus Wuhan, um Verdachtsfälle mit dem neuen Virus zu erkennen.

WHO trifft sich zu Krisensitzung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für diesen Mittwoch eine Krisensitzung einberufen. Nach einer Risikobewertung soll darüber entschieden werden, ob der internationale Gesundheitsnotstand ausgerufen werden soll. Außerdem soll über Handels- und Reisebeschränkungen beraten werden. "Wir müssen in den kommenden Tagen mit mehr Fällen in anderen Teilen Chinas und möglicherweise auch in anderen Ländern rechnen", sagte ein Sprecher der WHO.

qu/ml (rtr, dpa, ap)

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