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KonflikteAsien

Neuer Gewaltausbruch zwischen Thailand und Kambodscha

Veröffentlicht 8. Dezember 2025Zuletzt aktualisiert 8. Dezember 2025

Sechs Wochen nach Unterzeichnung eines Friedensabkommens werfen sich Thailand und Kambodscha gegenseitig vor, die Waffenruhe verletzt zu haben. Die Regierung in Bangkok erklärt zudem die Vereinbarung für unwirksam.

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Ein thailändischer Militärhubschrauber, davor zwei Personen mit Helmen
Ein thailändischer Militärhubschrauber Bild: Royal Thai Army/Anadolu/picture alliance

Thailand hat das Nachbarland beschuldigt, kambodschanische Soldaten hätten am Montag das Feuer auf thailändische Truppen in der Provinz Ubon Ratchathani eröffnet. Armeesprecher Winthai Suvaree erklärte vor Journalisten weiter, bei dem Angriff seien ein Soldat getötet und acht weitere verletzt worden. Die thailändische Luftwaffe habe daraufhin gezielte Angriffe auf "militärische Ziele in mehreren Regionen" geflogen, um die Attacken aus Kambodscha zu beenden. Etwa 380.000 Menschen seien vorübergehend aus ihren Häusern im Grenzgebiet evakuiert worden.

Thailand: Gesprächskanal mit Kambodscha ist geschlossen  

Der thailändische Regierungschef Anutin Charnvirakul kündigte nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Bangkok weitere Militäraktionen gegen das Nachbarland an. Zudem erklärte er die Friedensvereinbarung mit dem Nachbarland für null und nichtig, die unter Vermittlung von US-Präsident Donald Trump auf dem ASEAN-Gipfel Ende Oktober in Malaysia zustande gekommen war. Bereits vor knapp einem Monat hatte Thailands Regierung die Umsetzung des Abkommens ausgesetzt, nachdem laut Militär zwei thailändische Soldaten durch die Explosion einer Landmine nahe der Grenze verletzt worden waren.

Der Kanal für Verhandlungen mit Kambodscha sei geschlossen, betonte der Premierminister laut thailändischen Medien. "Keine weiteren Verhandlungen. Wenn Kambodscha will, dass die Kämpfe aufhören, wird es unsere Forderungen erfüllen müssen", zitieren die Medien Anutin Charnvirakul. 

Thailand Buriram 2025 | Menschen in einem großen Zelt, einige liegen auf Feldbetten
Anwohner des betroffenen Grenzgebiets in Thailand wurden in Notunterkünfte gebracht Bild: Prajoub Sukprom/REUTERS

Kambodschas Regierung warf ihrerseits dem thailändischen Militär einen Angriff auf Truppen in den Grenzprovinzen Preah Vihear und Oddar Meanchey vor. Die thailändische Armee habe zudem aus Panzern auf Tempel gefeuert, sagte eine Sprecherin des kambodschanischen Verteidigungsministeriums. Die eigenen Streitkräfte hätten nicht zurückgeschossen. Das Ministerium warf Thailand vor, die Anschuldigungen als Vorwand zu nutzen, um die militärischen Spannungen zu eskalieren.

Behörden: Vier Zivilisten in Kambodscha getötet, zehn weitere verletzt 

Bei den Luftangriffen Thailands seien in Preah Vihear und Oddar Meanchey mindestens vier Zivilisten getötet und zehn weitere verletzt worden, teilte Kambodschas Informationsminister Neth Pheaktra mit. Mehr als 1100 Familien wurden seinen Angaben zufolge aus dem Grenzgebiet in Sicherheit gebracht.

Kambodscha Oddar Meanchey 2025 | Menschen flüchten in Autos, zu Fuß und auf Traktoren
Auch auf kambodschanischer Seite müssen viele Menschen ihre Häuser verlassen Bild: Agence Kampuchea Presse (AKP)/AFP

Zwischen Thailand und Kambodscha schwelt seit Jahrzehnten ein Konflikt um Territorien, die beide südostasiatischen Länder für sich beanspruchen. Hintergrund ist eine unklare Grenzziehung aus der Kolonialzeit. Im Zentrum des Streits zwischen den Regierungen in Bangkok und Phnom Penh steht der dem Hindu-Gott Shiva geweihte antike Tempel Prasat Preah Vihear, der seit 2008 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Beide Länder beanspruchen ihn. 2011 hatte der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag Kambodschas Anrecht auf Prasat Preah Vihear bestätigt.

Im vergangenen Juli war der Streit eskaliert. Bei fünftägigen Gefechten wurden auf beiden Seiten insgesamt fast 50 Menschen getötet. 300.000 Menschen wurden vorübergehend vertrieben.

se/pgr (dpa, rtr, afp, kna) 

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