1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Neuer Anlauf für Frieden - mit Hindernissen

12. September 2016

In Syrien sollen von Montagabend an die Waffen schweigen. Doch ob sich alle Konfliktparteien an die von den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe halten werden, ist ungewiss.

https://p.dw.com/p/1K0ER
Zerstörung in Aleppo (Foto: picture alliance)
Ein Bild der Zerstörung: AleppoBild: picture-alliance/dpa/Sputnik

Die Waffenruhe würde lediglich das Leiden der Menschen verstärken, erklärte die islamistische Rebellengruppe Ahrar al-Scham. "Das syrische Volk kann keine halben Lösungen akzeptieren", heißt es in einem von der einflussreichen Gruppe am Sonntagabend veröffentlichten Video. Darin sagt der Vize-Anführer der Gruppe, Ali Omar, "die russisch-amerikanische Vereinbarung" lasse "all die Opfer und all die Gewinne unseres revoltierenden Volkes verpuffen". "Sie trägt nur dazu bei, das Regime zu stärken und die Revolution militärisch einzukreisen."

Omar lehnte auch den Teil der Vereinbarung ab, nach dem die Rebellen ihre Zusammenarbeit mit den Dschihadisten der Fatah-al-Scham (früher: Al-Nusra-Front) beenden sollen. Deren Sprecher Mostafa Mohamed erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter, "alle Gespräche und Vereinbarungen, die nicht die Kämpfer vor Ort einbeziehen" seien "nutzlos".

Die Freie Syrische Armee, die diverse Gruppierungen der Aufständischen unter ihrem Dach bündelt, erklärte hingegen in einem Brief an die USA, sie werde "positiv kooperieren". Allerdings wird in dem Schreiben ebenfalls die Sorge geäußert, dass die syrische Regierung in erster Linie von dem Abkommen profitieren könnte.

Sonnenuntergang soll Waffenruhe einläuten

Die am Freitag nach langen Verhandlungen zwischen Russland und den USA erzielte Vereinbarung sieht vor, dass ab Sonnenuntergang am Montagabend (etwa 17.45 Uhr MESZ) eine Feuerpause zwischen Regierungstruppen und Rebellen gilt. Die Waffenruhe soll auch Hilfslieferungen an Zivilisten in belagerten Gebieten des Landes ermöglichen. Falls sie sieben Tage hält, wollen die USA und Russland gemeinsam gegen Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und die Dschihadisten der Fatah al-Scham vorgehen.

Am vergangenen Wochenende hatten die Konfliktparteien ihre Angriffe in Syrien noch einmal verstärkt. Dabei seien mehr als 100 Zivilisten getötet worden, heißt es. Kampfjets griffen Rebellengebiete in der heftig umkämpften Stadt Aleppo und der Provinzhauptstadt Idlib im Nordwesten des Landes an, berichteten Helfer und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Im seit 2011 dauernden Bürgerkrieg starben bereits Hunderttausende Menschen. Millionen sind auf der Flucht.

wa/wl (afp, dpa)