Neue Tragödien im Mittelmeer | Aktuell Europa | DW | 11.01.2020
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Bootsunglücke

Neue Tragödien im Mittelmeer

Wege über das Mittelmeer sind für Migranten lebensgefährlich, dennoch wagen viele mit seeuntauglichen Booten die Überfahrt. Sie endete wieder für etliche Menschen mit dem Tod.

Griechenland l Migranten auf Lesbos - Rettungsweste am Strand (DW/M. Zander)

Rettungsweste am Strand einer griechischen Insel (Symbolbild)

Bei einem Bootsunglück vor der Küste der Türkei sind mindestens elf Migranten ums Leben gekommen. Unter den Toten seien acht Kinder, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Das Boot sank demnach vor der Küste des türkischen Badeorts Cesme, der gegenüber der griechischen Ägäis-Insel Chios liegt. Acht Insassen konnten gerettet werden. 

Nur wenige Stunden zuvor waren beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der griechischen Küste zwölf Menschen ums Leben gekommen. Das kleine Schiff mit etwa 50 Menschen an Bord sank vor der Insel Paxos im Ionischen Meer und hatte wohl Italien als Ziel.

Mittelmeer statt Balkanroute

Die griechische Küstenwache entdeckt fast täglich Boote mit Migranten auf dem Weg von Griechenlands Westküste nach Italien. Schleuser nutzen die Überfahrt, um die weitgehend geschlossene Balkanroute zu umgehen. Genaue Zahlen über den Umfang dieser Migrantenbewegung liegen jedoch aus offiziellen Quellen nicht vor.

In den vergangenen Jahren ertranken Tausende Menschen im Mittelmeer, das zur gefährlichsten Flüchtlingsroute der Welt geworden ist. Allein 2019 kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1283 Menschen im Mittelmeer ums Leben, in den vergangenen fünf Jahren waren es insgesamt mehr als 19.000.

Frankreich und Schweden helfen

An anderer Stelle gibt es derweil ein wenig Entspannung. Frankreich und Schweden nehmen mehrere Hundert afrikanische Migranten auf, die aus überfüllten Lagern von Libyen nach Ruanda geholt wurden. Frankreich werde zunächst 150, Schweden 200 Menschen beherbergen, sagte eine Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR der ruandischen Zeitung "Saturday Times". Norwegen hatte zuvor bereits angekündigt, bis zu 600 Menschen aufnehmen zu wollen.

Ruanda hatte im September mit dem UNHCR und der Afrikanischen Union vereinbart, ein Übergangslager einzurichten und bis zu 500 Menschen, die in Libyen festsaßen, zeitweise einen Zufluchtsort zu gewähren. Von dem kleinen zentralafrikanischen Land sollen die Migranten auf andere Länder verteilt werden.

wa/wo/lh (dpa, afp, rtr, epd)

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