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Politik

Wiesenhof: Neue Corona-Fälle

19. Juli 2020

Der Tönnies-Schlachtbetrieb bleibt nicht der einzige Ausgangspunkt von Corona-Infektionen. Nun rückt auch der Wiesenhof-Konzern ins Blickfeld. Wiederholt sich das Geschehen aus Nordrhein-Westfalen nun in Niedersachsen?

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Niedersachsen I Corona-Infektionen bei Schlachthof in Lohne
Produktionshallen von Wiesenhof in Lohne (Archivbild)Bild: picture-alliance/dpa/F. Gentsch

In einem Hähnchen-Schlachthof des Wiesenhof-Konzerns im niedersächsischen Lohne sind 66 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von 1046 am Donnerstag genommenen Abstrichen seien 66 positiv ausgefallen, teilte der Landkreis Vechta mit. Die Landkreisverwaltung geht nach eigenen Angaben nach jetzigem Stand davon aus, dass die Infektionen "überwiegend im privaten Bereich entstanden sind".

In Quarantäne versetzt

Das zuständige Gesundheitsamt habe alle Infizierten der Firma Oldenburger Geflügelspezialitäten (OGS) in Quarantäne versetzt, teilte der Kreis weiter mit. Die engen Kontaktpersonen der Infizierten seien zum Großteil ermittelt worden und befänden sich ebenfalls in Quarantäne. Die restlichen Kontakte würden derzeit nachverfolgt. 35 der Infizierten wohnen den Angaben zufolge im Landkreis Vechta, 27 im Landkreis Diepholz, zwei im Landkreis Osnabrück und jeweils einer im Landkreis Cloppenburg und in der Stadt Delmenhorst.

Kritische Marke

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liege mit den neuen Fällen nun bei 41,13, teilte der Kreis weiter mit. Bundesweit gilt derzeit die Regelung, dass Einschränkungen des öffentlichen Lebens beim Erreichen einer kritischen Marke von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen verfügt werden.

Deutschland | Rund 400 Corona-Infektionen in Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück
Keine juristisch relevante Verfehlung? Clemens TönniesBild: picture-alliance/dpa/D. Inderlied

Unterdessen hat der Chef des Fleischkonzerns Tönnies in Nordrhein-Westfalen, Clemens Tönnies, nach dem großen Corona-Ausbruch in seinem Betrieb in Rheda-Wiedenbrück juristisch relevante Verfehlungen bestritten. "Wir haben uns immer an Recht und Gesetz gehalten", sagte er dem Bielefelder "Westfalen-Blatt". Und weiter: "Wir wissen bis heute nicht, welchen Rechtsbruch wir begangen haben sollen. All die Kritiker haben bis dato nicht eine einzige konkrete Aussage dazu getroffen." Gegen die Geschäftsführung des Konzerns läuft allerdings ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

ml/hf (dpa, afp)