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PolitikLibanon

Neue Angriffe: Israel bombardiert Vororte von Beirut

7. Juni 2026

Trotz Waffenruhe greift Israels Armee Vororte von Beirut an und spricht von Hisbollah-Zielen. Zuvor wurden Raketen aus dem Libanon auf Nordisrael abgefeuert. Die Lage zwischen Israel und Hisbollah eskaliert erneut.

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Ein schwer beschädigtes Wohngebäude
Dieses Gebäude im Süden von Beirut wurde durch den israelischen Angriff zerstörtBild: AFP

Israels Armee hat trotz der eigentlich verkündeten Waffenruhe die Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Die Armee habe "Terroristen-Hauptquartiere" als Reaktion auf den Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit. 

Videos von Augenzeugen zeigten dichte Rauchwolken in den als Dahija bekannten Vororten von Beirut, die als Hochburg der Hisbollah gelten, aber auch dicht bewohnt sind. Augenzeugen beschrieben schwere Zerstörung an einem der Gebäude über mehrere Stockwerke.

Israel hatte seit Inkrafttreten einer offiziellen Waffenruhe Mitte April die Angriffe deutlich eingeschränkt. US-Präsident Donald Trump hatte auch einen Stopp israelischer Angriffe in dem Gebiet und ein Ende von Angriffen der Hisbollah auf Israel verkündet. Israel hatte jedoch damit gedroht, diese Gebiete bei Hisbollah-Attacken auf Israel erneut anzugreifen und die Bewohner der Vororte erneut zur Flucht gedrängt. 

Mehrere Personen sitzen an einem Konferenztisch, im Hintergrund die Flaggen der USA, Israels und des Libanon
Erst am Mittwoch kamen in Washington D.C. Vertreter aus Israel und dem Libanon zusammen, um über den Waffenstillstand zu verhandelnBild: Nathan Howard/REUTERS

Wieder Raketen im Norden Israels

Der Norden Israels wurde vor dem israelischen Angriff auf Beirut erneut vom Libanon aus mit Raketen angegriffen. Die Raketenabwehr habe zwei Geschosse abgefangen, die auf israelisches Gebiet vorgedrungen seien, teilte die Armee mit. 

"Wir werden nicht zulassen, dass die Hisbollah auf unser Gebiet und unsere Gemeinden schießt - und wir werden entsprechend handeln", sagte Netanjahu zum Beginn einer Kabinettssitzung. Im Libanon habe die israelische Armee im Laufe einer Woche 350 "Terroristen" getötet. "Wir greifen sie sehr hart an, und wir wissen, dass die Hisbollah auf der Flucht ist", sagte Netanjahu.

Eine Explosion am Himmel
Israel fing eine Reihe von Raketen ab, die aus dem Libanon Richtung Israel geschossen worden warenBild: Amir Cohen/REUTERS

In der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach US-Angaben auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Hisbollah lehnte die vereinbarten Bedingungen ab, kurz darauf erfolgten neue Angriffe der mit dem Iran verbündeten Miliz.

Bevölkerung im Süden Libanons sollte Gebiet verlassen

Noch am Samstag hatte die israelische Armee alle Einwohner von fünf Ortschaften und Dörfern im Südlibanon zur sofortigen Evakuierung aufgefordert. Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf X, die Bewohner sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit unverzüglich verlassen und sich nördlich des Flusses Sahrani begeben. Jeder, der sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, deren Einrichtungen und Kampfmitteln aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr.

Der Sahrani-Fluss ist rund 30 Kilometer lang. Er entspringt im Libanongebirge und mündet etwa sieben Kilometer südlich der historischen Hafenstadt Sidon ins Mittelmeer. Der Armeesprecher begründete den Evakuierungsbefehl auf X mit Verstößen der libanesischen Hisbollah-Miliz gegen die Waffenruhe. Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte die Vereinbarung zwischen der libanesischen Regierung und Israel abgelehnt.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

as/rb/hf (dpa, afp, rtr, AP)

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