NATO weist sieben russische Diplomaten aus | Aktuell Europa | DW | 27.03.2018
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Gift-Affäre

NATO weist sieben russische Diplomaten aus

Russlands Reaktionen nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Skripal seien "nicht zufriedenstellend" gewesen, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Nun sendet das Bündnis ein klares Zeichen an Moskau.

Wegen des Nervengiftanschlags auf den ehemaligen russischen Spion Sergej Skripal im englischen Salisbury hat nun auch die NATO Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt. Generalsekretär Jens Stoltenberg (Archivbild) kündigte an, dass sieben Mitarbeitern der russischen NATO-Vertretung die Akkreditierung entzogen werde, drei laufende Anträge auf eine Akkreditierung würden abgelehnt. Zudem werde die russische Delegation auf 20 von bislang 30 Mitarbeitern begrenzt. 

"Das wird eine klare Botschaft an Russland senden, dass es Kosten und Konsequenzen für ihr inakzeptables Verhaltensmuster gibt", sagte Stoltenberg in Brüssel. Die NATO-Staaten hatten den Anschlag auf Skripal bereits Mitte des Monats verurteilt und ihre Solidarität mit Großbritannien zum Ausdruck gebracht.

"Größte gemeinsame Ausweisung in der Geschichte"

Nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten hatten zuvor die USA, Deutschland sowie mehr als 20 weitere Länder in einer bislang beispiellosen Gemeinschaftsaktion mehr als 100 russische Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter aus ihren Ländern ausgewiesen. Die britische Premierministerin Theresa May sagte in London, es handele sich um die größte gemeinschaftliche Ausweisung russischer Diplomaten in der Geschichte.

Moskau kündigt Gegenmaßnahmen an

Russlands Außenminister Sergej Lawrow erklärte in einer Reaktion, die Ausweisungen seien das Ergebnis "kolossalen Drucks" und "kolossaler Erpressung" seitens der USA. Moskau weist die Vorwürfe des Westens als haltlos zurück. Die Verbündeten Großbritanniens folgten "blind dem Grundsatz der euroatlantischen Einheit entgegen dem gesunden Menschenverstand", teilte Lawrows Ministerium mit. Ein Kreml-Sprecher hatte am Montag angekündigt, Russlands Präsident Wladimir Putin werde bald reagieren. Dabei werde man dem Prinzip der Gegenseitigkeit folgen, hieß es aus Moskau.

Der russische Ex-Spion Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März in der südenglischen Stadt Salisbury mit einem Giftstoff in Kontakt gekommen. Die beiden befinden sich weiter im Koma im Krankenhaus, ihr Zustand wird von den Ärzten als ernst, aber stabil bezeichnet. Nach Angaben aus London wurden beide mit dem militärischen Nervengift Nowitschok vergiftet, das in der Sowjetunion entwickelt wurde. Großbritannien sieht Russland als Drahtzieher des Anschlags.

cw/jj (dpa, afp)

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