NATO-Logistikkommando kommt nach Ulm | Aktuell Europa | DW | 20.03.2018
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Militär

NATO-Logistikkommando kommt nach Ulm

Auch der Standort Köln/Bonn war im Rennen - doch jetzt hat Nordrhein-Westfalen das Nachsehen. Vom Standort in Baden-Württemberg erhofft sich die Bundeswehr Synergieeffekte.

Deutschland Schützenpanzer des Typs Marder (picture-alliance/dpa/A. Weigel)

Schützenpanzer vom Typ Marder werden auf einen Zug verladen (Archivbild)

Die Bundeswehr will das neue Kommandozentrum für schnelle Truppen- und Materialtransporte der NATO in Ulm ansiedeln. Es soll am Standort des Multinationalen Kommandos Operative Führung eingerichtet werden, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Die offizielle Entscheidung des Bündnisses fällt allerdings erst beim NATO-Verteidigungsministertreffen im Juni.

Das Logistikkommando soll im Krisenfall bei der raschen Verlegung von Truppen und Material innerhalb Europas helfen - und der NATO damit eine Fähigkeit zurückgeben, an der es der Militärallianz gut ein Vierteljahrhundert nach Ende des Kalten Krieges mangelt. Käme es zu einer massiven Truppenverlegung an die NATO-Ostflanke, wäre Deutschland wegen seiner geographischen Lage ohnehin die Drehscheibe.

Schon ein multinational besetztes Kommando in Ulm

Zeitweise war auch der Standort Köln-Bonn für die neue Einrichtung im Gespräch. Doch vom Standort Ulm in Baden-Württemberg erwartet sich die Bundeswehr Synergieeffekte. Denn dort unterhält sie bereits ein Kommando, das Einsätze im Auftrag der Vereinten Nationen, der NATO und der EU führen und das überdies schnell in alle Welt verlegt werden kann.

Mit der Stärkung ihrer Kommando- und Streitkräftestruktur reagiert die NATO vor allem auf die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands. Im Zuge der Entspannungspolitik waren die Strukturen in den vergangenen Jahrzehnten enorm reduziert worden. Von mehreren Dutzend Hauptquartieren sind nach NATO-Angaben heute nur noch sieben übrig.

Bürokratische Hürden beim Transport

Sorgen bereiten neben dem Zustand von militärisch nutzbaren Straßen- und Schienenverbindungen in Richtung Osten vor allem bürokratische Hürden beim Transport von Truppen und Ausrüstung.

Neben Deutschland werden vermutlich die USA ein weiteres Kommando aufbauen, um die Transportwege zwischen Nordamerika und Europa über den Atlantik besser zu sichern. Dabei geht es auch um den Schutz sensibler Infrastruktur. Im Atlantik liegen zum Beispiel Datenkabel, über die Internet- und Kommunikationsverbindungen laufen.

jj/uh (dpa, rtr)